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Tierschutz: Schlaflose Nächte

Tierschutz : Schlaflose Nächte

Zum Artikel „Tierwohl hier, weitere Quälerei dort“, zum Kommentar „Das Tierwohl, die Moral und der Markt“ (TV vom 9. November) und zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Zack, Hoden ab!“ (TV vom 14. November) und „Sein oder Nichtsein“ (TV vom 21. November) schreibt Monika Brost alias Lucy:

Mein Name ist Lucy, ich bin ein kleiner Hund und schreibe diesen Leserbrief, da mein Frauchen sich eigentlich nicht mehr zu Politik oder Missständen äußern wollte und einfach nur in Ruhe in unserem kleinen Häuschen leben möchte. Aber ich sehe es ja tagtäglich, wie sie sich ärgert und es an ihr nagt, dass sie ihren Mund nicht mehr aufmachen will, da sie dadurch schon viel Geld, auch an Rechtsanwälte, bezahlt hat, weil man sie mundtot machen wollte. Nun, da mache ich halt eben mal meinen Mund auf (bin ja nur eine Sache, genau wie den kleinen Baby-Schweinen, die man misshandelt, kann mir nix passieren) und sage, was ich denke, über Politik, Deutschland und das Umgehen mit den Schwächsten in der Gesellschaft. Zum Beispiel Julia Klöckner mit ihrer Aussage „ein großer Tag für den Tierschutz“ – nur weil keine kleinen Küken mehr geschreddert werden, was selbstverständlich sein sollte in einer Welt, in der „intelligente“ Wesen leben. Mir fehlen  die Worte. Aber ich kann sie ja bellen, die Buchstaben für die Wörter: Frau Klöckner, haben sie jemals  die Schmerzensschreie der kleinen Ferkel gehört, die man ohne Betäubung aufschneidet?! Sie kennen doch mit Sicherheit die Schmerzensschreie der kleinen Mädchen in Afrika, die man beschneidet – ohne Betäubung und noch dazu ohne Sinn. Auch Baby-Schweine sind Geschöpfe Gottes und haben  es verdient, wenigstens ohne Schmerz zu leben, wenn sie schon nur dafür auf der Welt sind, um gegessen zu werden. Man sollte Ihnen diese Schreie Tag und Nacht vorspielen und zusätzlich Bilder von der Misshandlung und der elenden Massenhaltung der Tiere, damit auch Sie schlaflose Nächte haben. Denn wenn man an Ihr Gewissen appelliert, ist das sinnlos, sonst ließen Sie sich nicht von Schweinebaronen und anderen Lobbyisten ins Bockshorn jagen. Eine Gesellschaft muss sich daran messen lassen, wie sie mit ihren schwächsten Mitgliedern umgeht!  Die schwächsten sind Kinder, alte Menschen, Kranke und Tiere. Diese leiden in Deutschland am meisten. Das ist eine Schande für ein zivilisiertes Land mit einer angeblichen Demokratie. Aber es wird hier am Menschen vorbeiregiert, mit Arroganz und Ignoranz und der Wähler- und Bürgerwille vollkommen ignoriert.

Monika Brost (alias Lucy), Wallenborn