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Gesellschaft: Schleichende Bagatellisierung

Gesellschaft : Schleichende Bagatellisierung

Zur Meldung „Hamburger Zoll stellt 16 Tonnen Kokain sicher“ (TV vom 25. Februar) schreibt Stefan Jäger:

Großartig, dass wir so effektive Sicherheitsbehörden haben!

Wer konsumiert 16 Tonnen Kokain? Wenn eine Dosis bei einem Gramm liegen sollte, dann wurden in Summe 16 Millionen Dosen Kokain beschlagnahmt. Und der Stoff ist nur begrenzt haltbar.

Hat Deutschland ein bedrohliches Problem? Die festgestellten Mengen bei einer unbekannten Dunkelziffer legen nahe, dass hierzulande ein enthemmter Drogenkonsum in weiten Teilen der Bevölkerung stattfindet.

Traurige Rekorde mit Suchtmitteln in diesem Ausmaß müssen dringend die Politik auf den Plan rufen. Ein Drogengipfel muss her. Wir brauchen eine Strategie zur Bekämpfung der bestehenden Suchtprobleme und der schleichenden Bagatellisierung von Betäubungsmitteln.

Süchte sind Ausdruck von Willensschwäche und Mutlosigkeit. Wo ist die Willensstärke unserer Gesellschaft geblieben?

Neben unseren Politikern sind wir alle gefordert: Anstatt die Flucht in den Rausch zuzulassen, sollten wir uns stärken und stützen.

Ich wünschte, wir könnten hier mutig tätig werden und den Suchtmitteln entschlossen die Stirn bieten, denn sie zerstören Leben. 

Stefan Jäger, Trier