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leserbriefe
Schlimmer geht’s wohl nicht mehr

Zum Leserbrief „Neutral berichten, nicht Scharfrichter spielen“ (TV vom 12. September) und zum Kommentar „Rechter Theoretiker mit rotem Parteibuch“ (TV vom 31. August) schreibt Hans Greis:

Um es vorwegzunehmen: Ich hatte den Kommentar von Werner Kolhoff nicht gelesen, wurde aber nach der Lektüre des Leserbriefs von Michael Geörger darauf aufmerksam, so dass ich ihn nachträglich herausgesucht habe. Bei Gott, der ist ein treffliches Beispiel für voreingenommene Kommentierung eines Buches, das schon mit der Absicht gelesen wurde, seine persönliche Tendenz zu einer bestimmten Stimmung herauszufiltern.

Werner Kolhoff nutzt seinen Kommentar eindeutig dazu aus, um seine voreingenommene Sicht der Dinge gemäß dem Mainstream  unreflektiert unter das Volk zu bringen. Das ist nicht nur eigene Meinung, das ist allgemeine Meinungsmache und dient der Rechtfertigung einer bestimmten politischen Klientel in Deutschland, die  alles, was ihr und der eigenen Meinung zuwider ist, in die rechte Ecke stellt. Extrem linkes Gedankengut ist nicht besser als extrem rechtes. Von beidem hatten wir in der Vergangenheit genügend.

Ich möchte aus Herrn Kolhoffs Text zur Erläuterung nur eine Textstelle herausgreifen: Er schreibt, Sarrazin behaupte, die Muslime seien nicht integrierbar. (Als gäbe es nicht genügend Beispiele, dass eine Minderheit durchaus integrierbar ist. Aber nur, wenn sie sich aus der Bevormundung löst.) Das liege am Islam an sich, der sich auch in aufgeklärter Umgebung nicht verändere. Also sollten wir es gleich gar nicht versuchen. (Hier verwechselt Herr Kolhoff eindeutig die Begriffe Islam als Religion oder Tradition und die Menschen, die in diesem Umfeld aufgewachsen sind.)

Doch jetzt kommt’s. Zitat: „Mit dieser Analysekraft müsste man auch die Einreise von Christen verhindern. Wegen drohender Hexenverbrennungen und Heiligenverehrung.“

Herr Kolhoff, schlimmer geht’s wohl nicht mehr. Eine ganz arge Quintessenz Ihres Denkens! Den Islam auf diese Weise gegen das Christentum aufzuwerten! Ich glaube nicht, dass Sie den Islam, den Koran, die Haddite und ihre Geschichte und ihre Deutung durch ihre Vertreter auch nur annähernd kennen. Versuchen Sie es doch einmal. Sie werden sich wundern.

Hans Greis, Wawern