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Gesellschaft: Schmutziges Geschäft

Gesellschaft : Schmutziges Geschäft

Zum Artikel „,Wir sind Einreiseland für Sextouristen’“ (TV vom 29. Januar) schreibt Ulla Dieninghoff:

Als ich die Überschrift las, war ich schon sehr erstaunt. Von Thailand weiß man, dass es ein Land mit viel Sextourismus ist, aber Deutschland?!

Es gibt unter den Prostituierten einige Frauen, die ihren Beruf mit Leidenschaft gerne ausüben. Aber die meisten Frauen entscheiden sich aus finanzieller Not dazu. Ich denke, keine Frau möchte als Frischfleisch oder Ware behandelt werden.

Ein großes Verbrechen ist es, wenn Frauen aus ihrem Heimatland verschleppt und zur Prostitution gezwungen werden. Das ist Sklaverei. Auch drogenabhängige Frauen und Männer (Strichjungen) gehen der Prostitution nach, weil man auf diese Art am schnellsten zu Geld kommt. Um ihren ständigen Drogenkonsum zu finanzieren, brauchen sie mindestens 100 bis 200 Euro pro Tag. Besonders in den armen Ländern bleibt Frauen nur der Weg in die Prostitution. Oft landen auch Kinder dort, um die Existenz der Familie zu sichern.

Ich frage mich, was sind das für Bordellkunden, die nur an ihre egoistische, sexuelle Befriedigung denken, dabei ihr Gehirn ausschalten und mit einer Frau schlafen, die vielleicht von Menschenhändlern verschleppt und zu dem Job von ihrem Zuhälter gezwungen wurde? Mit dem diskriminierenden Frauenbild und Handeln solcher Männer fördern sie das schmutzige Geschäft in der Prostitution. Jeder Mensch muss sich für Liebe und Sex frei entscheiden können.

Auch Deutschland ist mit seinem Wirtschaftssystem mit verantwortlich für das Elend in armen Ländern. Wir brauchen auch mehr Sozialarbeiter und Streetworker. Die Menschen in Notsituationen Perspektiven anbieten können. Alle Nationen auf der Welt müssen noch stärker dafür sorgen, dass skrupellosen Menschenhändlern das Handwerk gelegt wird.

Ulla Dieninghoff, Morbach