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Gesundheit: So ein Kappes

Gesundheit : So ein Kappes

Zum Artikel „Ärztechef: Geimpfte müssen Vorteile haben“ (TV vom 7. Januar) schreiben Hedy Ewertz, Aldegund Arenz und Mathias Herrig:

Der Landeschef der Kassenärztlichen Vereinigung, Peter Heinz, spricht sich dafür aus, dass Menschen, die sich gegen Corona haben impfen lassen, dies mit einem grünen Bändchen zeigen können. Da drängt sich mir sofort ein sehr unguter Gedanke auf. Wohin soll denn so eine Kenntlichmachung führen? Falls Herr Heinz dies tatsächlich so vorgeschlagen haben sollte, werden nach meiner Auffassung doch nach außen hin die Nichtgeimpften wegen fehlendem Bändchen auch „erkennbar“. Ist der Artikel von Bernd Wientjes und Florian Schlecht korrekt? Falls ja, muss ich mich fragen, ob die Menschen, die sich noch nicht entschieden haben, so lange ein gelbes Bändchen gekommen, und ob die, die sich gegen eine Impfung entscheiden ein rotes tragen müssen? Weiter unten im Artikel steht, dass Herr Heinz den jüngeren Menschen suggeriere, mit einer Impfung sei man cool, hip. Ich kann wirklich nur den Kopf schütteln über diese Worte. Mit einer Impfung wird niemand „cool“, der es vorher nicht war, und noch weniger wird ein junger Mensch „hip“. Und nun Klartext: So einen Kappes liest man zum Glück nicht jeden Tag im TV, sonst würde ich mein Abo kündigen.

Ich hoffe, dass die Regierung keine Zustimmung zu derartigen „Einfällen“ erteilt. Diese neuartige Impfung, von der man die Restrisiken noch nicht kennt, muss freiwillig bleiben. Es ist mir völlig egal, ob man demnächst nur als geimpfter Mensch in einen Urlaubsflieger einsteigen dürfte oder ohne Bändchen nicht mehr in ein Lokal darf, denn das ist nicht überlebenswichtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lokalbetreiber auf solche Einfälle kommen, denn diese haben viel Geld in Schutzmaßnahmen investiert und dort fanden die Infektionen auch nicht statt. Die Politik hat völlig versagt, nicht durchzugreifen, als man Demos gegen Corona zuließ. Dass nicht von Beginn an ohne Diskutieren für Maskenverweigerer ein Bußgeld fällig wurde, hat dazu geführt, dass viele keine tragen wollten. Hätte es sofort Geld gekostet, wären viele Tausende nicht auf die Idee gekommen, die Maske abzulehnen. Es muss im Geldbeutel schmerzen, damit solche zur Vernunft kommen.

Jetzt, wo die Impfungen begonnen haben, zu planen, geimpfte Menschen mit Bändchen zu „belohnen“, sieht für mich nach „Unter-Druck-setzen“ aus. Das wird manchen erst recht zum Impfverweigerer machen, das sollten die Verantwortlichen doch überdenken. Den Menschen ihre Bedenken mit einer vollständigen Aufklärung über Risiken nehmen wäre viel besser, denn die Unsicherheit ist der eigentliche Grund, sich zu überlegen, ob man sich für oder gegen eine Impfung entscheidet. Manche sind schon sehr durch Vorerkrankungen belastet, deshalb kann ich deren Bedenken sehr gut nachvollziehen. Ein Vorschlag wie der von Herrn Heinz darf nicht in die Tat umgesetzt werden.

Hedy Ewertz, Bitburg

Grüne Bändchen am Arm für Geimpfte?! Sind wir jetzt bei den Nazis, die Deutsche mit jüdischer Religion gezwungen haben, einen Davidstern an der Kleidung zu tragen? Diesmal das Ganze nur umgekehrt. Ausgegrenzt werden die Menschen ohne grüne Bändchen!

Aldegund Arenz und Mathias Herrig, Wasserliesch