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Politik: So schaffen wir es nicht

Politik : So schaffen wir es nicht

Zum Kommentar „Eine lächerliche Geste von Rest-Humanität“ (TV vom 10. März) schreiben Stefan Braun und Walburga Rink:

Vorab: Ich bin weder Nationalist, AfD- noch NPD-Anhänger, sondern habe keinerlei Parteibuch. Der Beitrag gefällt mir jedoch ganz und gar nicht!

Ja, Werner Kolhoff, Sie mögen recht haben, dass die festgelegten Kontingentgrenzen 2018 und 2019 nicht erreicht worden sind. Das sollte jedoch nicht dazu animieren, diese durch Übertragung auf 2020 nachträglich „auszuschöpfen“.

Wollen Sie Ihren Kommentar nicht gleich auf Flugblätter drucken lassen und analog einer Kriegspropaganda über dem griechisch-türkischen Grenzgebiet von einer Drohne aus niederregnen lassen?

Sozusagen als Einladung an alle Wirtschaftsflüchtlinge aus Asien und Afrika, sich eines der ohnehin bereits überlasteten deutschen Verwaltungsgerichte auszuwählen, um einen Rechtsanspruch auf einen der nach Ihrer Berechnung 10 000 bis 50 000 aus 2018/19 verbliebenen „Überhang-Aufnahmeplätze“ zu erheben?

Recht gebe ich Ihnen, dass die Zahl von 1500 Kindern lächerlich klein ist, und Ihr Vergleich zu einer mittelgroßen Stadt ist auch sehr gut.

Vor nicht allzu langer Zeit noch haben Christen in Eifel und Hunsrück zu den Mahlzeiten stets ein Gedeck mehr als die Anzahl der Familienmitglieder aufgetischt, denn jederzeit könne „der Herr“ zur Tür reinkommen. Meine Mutter (80) hat sich vor einigen Jahren auf einem Foto entdeckt, welches sie in der Nachkriegszeit dabei zeigt, wie sie eine Mahlzeit im „Schweizer Dorf“ auf dem Augustinerhof in Trier einnimmt. Wir wissen unseren heutigen Wohlstand sehr zu schätzen, denn das Kriegselend wurde uns durch die Erzählungen unserer Eltern vor Augen geführt. Ja, auch an unserem Tisch, und auch in unserem Gästezimmer, wäre ein Platz frei für einen Geflüchteten, und es würde uns auch nicht arm machen.

Die Migrationsprobleme, die wir jedoch bereits heute haben, vor allem im Kindergarten- und Schulbetrieb und in der Jugendarbeitslosigkeit trotz freier Ausbildungsstellen, haben bei mir zu einer inzwischen verfestigten Meinung geführt, dass wir „es nicht schaffen“.

Ich kenne genügend Leute, die mit dem großen Flüchtlingsstrom 2015 aus Syrien nach Deutschland gekommen sind und noch bis heute keinen einzigen vollständigen Satz auf Deutsch sagen, geschweige denn schreiben können – mit der Folge, dass diese von Hartz IV leben.

Und unsere Regierung sollte nicht aus dem Blick verlieren, dass jedes unbegleitete Flüchtlingskind zu einer Familie gehört beziehungsweise zu jedem Flüchtlingskind auch eine Familie gehört und eben diese Familie einen per Kontingent geregelten Rechtsanspruch auf Nachzug hat.

Das heißt, mit jedem unbegleiteten Flüchtlingskind werden voraussichtlich vier bis sieben weitere Personen, maximal 1000 pro Monat, später folgen. Zu Ihrer Behauptung, Herr Kolhoff, dass aus Deutschland eingereiste Rechtsextreme die Armseligen und auch Journalisten drangsalieren würden, haben Sie doch bestimmt Belege, um Ross und Reiter zu benennen. Oder nicht?

Stefan Braun, Mastershausen

Lieber Herr Kolhoff, Sie sind der Meinung, Deutschland könnte noch massenweise Flüchtlinge (doch wohl eher Wirtschaftsmigranten) aufnehmen, weil das Boot ja noch lange nicht voll ist. Ist die Mehrheit der Bevölkerung da vielleicht anderer Ansicht?

Sebastian Kurz hat vollkommen recht mit seiner Aussage, dass es ein Kind alleine nicht gibt, sondern eins plus x Familienmitglieder.

Wir sollten lieber die Millionen Migranten, die bereits in Deutschland sind, in unsere Systeme integrieren, und dazu zählt auch zwingend die deutsche Sprache, die Gleichberechtigung sowie die Anerkennung unserer demokratischen Werte und Gesetze. Wer dazu nicht bereit ist, wird nicht gezwungen, in Deutschland zu bleiben, sondern kann gerne wieder zurück in sein Land reisen.

Saudi-Arabien hat seit 2015 keinen einzigen Flüchtling aufgenommen. Warum hinterfragt das niemand? In den reichen arabischen Ländern wären die Kultur, die Religion und die Sprache sogar gleich, aber man reist dann lieber Tausende Kilometer bis nach Europa und besonders gerne nach Deutschland. Jeder weiß warum, denn die anderen Länder, die wie Dänemark und Schweden massiv die sozialen Leistungen gekürzt haben, hatten auf einmal auch einen massiven Rückgang an Flüchtlingen zu verzeichnen!

Ist es nicht so, dass die Migrationswelle von Erdogan gezielt als Waffe eingesetzt wird und Europa damit massiv erpresst wird?

Walburga Rink, Plütscheid