1. Meinung
  2. Leserbriefe

Energie: Solarpark Hetzerath: Eine Mogelpackung

Energie : Solarpark Hetzerath: Eine Mogelpackung

Energie

Zum Artikel „Wasserflut aus dem Solarpark“ (TV vom 7./8. April), schrieb dieser Leser:

Der Solarpark sei „wenig freundlich“, so schreibt die Autorin im oben genanntem Artikel: Anwohner kritisieren allerdings nicht die „geringe Freundlichkeit“ des Solarparks, sondern die Auswirkungen der verbotenen Geländeniveau-Veränderungen auf die Anwesen der Anwohner und die betroffenen Anlieger des Roßgrabens. Diese müssen bei Starkregen ein Hochwasserrisiko und Schäden in Kauf nehmen.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord war zudem durch die Einbeziehung der Staatsanwaltschaft in den Schriftverkehr seitens der Beschwerdeführer gezwungen worden, wegen eines Verstoßes gegen die Bauauflagen und wahrheitswidrigen Aussagen im Umweltbericht des Bebauungsplans aktiv zu werden. Die vorausgegangenen Beschwerden der Anlieger und Beschwerdeführer bei der Behörde waren hingegen nicht erfolgreich.

Zudem steht im TV nicht, dass der  Solarpark eine Größe von 6,7 Hektar hat und somit mehr als 41 000 Quadratmeter nicht in die hydrogeologische Berechnung zur Abflussfläche eingegangen sind. Das Abwasserkonzept des Solarparks ist aus meiner Sicht eine Mogelpackung, weil nur die 26 000 Quadratmeter große Fläche der Solarmodule berücksichtigt wurden. Durch die Hanglage fließt aber auch das Regenwasser, das auf der Grünfläche des Solarparks auftrifft, in die Rückhaltebecken, die zu klein dimensioniert sind.

Zudem ist jetzt nur eine unterdimensionierte Lösung bewilligt worden, die nur die Hälfte des erforderlichen Auffangvermögens hat. Bei einer Fläche von 6,7 Hektar bildet sich jedoch fast die doppelte Menge Regenwasser, nämlich 3700 Kubikmeter.

Beispiele im benachbarten Salmtal beweisen, dass eine künstliche Hangneigung nicht, wie hier gemacht, erforderlich ist, um eine höhere Energieausbeute zu erhalten. Der Planer erweckte während der Ratssitzung den Eindruck, dass die Anordnung der Solarmodule an einem Hang erfolgt sei, um eine höhere Energieausbeute zu erzielen. Maßgeblich für die Energieausbeute ist aber im vorliegenden Fall nicht die Hangneigung, sondern die Neigung der Modultische.

Im vorliegenden Fall hat die Hangneigung jedoch keinen Einfluss auf die Energieausbeute, sondern lediglich auf die Entwässerung des Gelände in Richtung Roßgraben.