Soziales

Zum Artikel "Grau ist bunt" (TV vom 12. Dezember):

Es ist verdienstvoll, wenn sich der TV in einer Serie mit der Pflege als "Thema des Tages" beschäftigt. Dabei fällt uns jedoch, wie schon so oft bei entsprechenden Recherchen, eine gewisse Oberflächlichkeit und Voreingenommenheit auf. Diesmal trifft die pauschal formulierte indirekte Kritik des Autors das im Konzer Seniorenhaus "Zur Buche" realisierte Pflegemodell der stationären Pflege. Wir bieten deshalb Herrn Lintz an, selbst einmal zum Seniorenhaus "Zur Buche" zu gehen, um konkret mit uns seine negative Perspektive zu überprüfen. Seit etwa sechs Wochen sind wir täglich dort, um unsere demente und nach einem Hirnschlag halbseitig gelähmte Mutter zu besuchen, deren Pflege uns zu Hause überfordert. An ihrem jetzt fröhlich-ausgeglichenen Verhalten lässt sich ersehen, wie ihr z. B. die "moderne", d.h. am Individuum orientierte, fachlich und menschlich absolut kompetente aktivierende Pflege Geborgenheit und Vertrautheit vermitteln konnte - wir persönlich haben jüngst ein anderes schockierendes Negativ-Beispiel in einer geriatrischen Klinik in Trier erleben müssen. Und wohnortnah ist die "Buche" allemal: Viele junge Familien mit Kindern leben in der Umgebung, nutzen das integrierte Café und nehmen wie der Leiter des Hauses mit seiner Familie am Offenen Mittagstisch teil. Die Einbindung der Umwohner hat ein integratives "soziales Netzwerk" entstehen lassen, in dem z. B. einer unserer dort wohnenden Enkel regelmäßig ins Seniorenhaus kommt, um mit den Gästen zu spielen oder ihnen vorzulesen - und das, lange bevor unsere Mutter dort einzog. Wenn man wie wir keine Möglichkeit hat, einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause, in betreutem Wohnen, Wohngemeinschaften oder gar Mehrgenerationenhäusern pflegen zu lassen, dann bot das Seniorenhaus in Konz-Roscheid für uns die beste Alternative in der Umgebung. Günter Heidt, Trier