Soziales

Zum neuen Rundfunkbeitrag und den Folgen diese Zuschrift:

Bisher war ich vom Rundfunkbeitrag befreit, weil ich gemäß der gesetzlichen Vorschriften dafür die Voraussetzungen erfüllte. Diese Befreiung galt auch für meine Ehefrau, mit der ich seit 57 Jahren verheiratet bin. Jetzt bekamen wir Post vom Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Meiner Ehefrau wurde mitgeteilt, dass sie unter den angemeldeten Beitragszahlern des Einwohnermeldeamtes nicht zu finden sei. Das war bisher nicht notwendig, weil ich als ihr Ehegatte bereits diese Vergünstigung im Rahmen des Nachteilsausgleichs in Anspruch genommen hatte. Der Beitragsservice teilt mit, dass "taubblinde" Menschen einen Antrag auf Befreiung stellen müssen beziehungsweise könnten (meine Frau ist seit September 2012 infolge eines Unfalls nicht mehr geschäftsfähig). Das Schreiben ist nicht unterschrieben und enthält kein Wort darüber, dass es wegen "moderner Datenverarbeitung" auch ohne Unterschrift rechtsverbindlich sei. Es tut weh, wenn man die Frage stellen muss, wie ein taubblinder Mensch seinen Antrag auf Beitragsbefreiung für Rundfunk und Fernsehen begründen soll. Es ist schon gut, dass es eine Tageszeitung gibt, die es möglich macht, sich gegen solchen schmerzhaften Sprachgebrauch und dessen mögliche Folgen mitzuteilen. Wehe, wenn solche Elaborate in der Sprache von Behörden zum Bürger einmal zur Normalität gehören werden. Fritz Adrian, Trier