Soziales

Zum Organspende-Skandal (TV vom 23. Juli):

Ein Mediziner am Universitätsklinikum Göttingen soll in großem Umfang Krankenakten gefälscht haben, um ausgewählten Patienten eine Spenderleber zu verschaffen. Als ich das gelesen habe, fiel mir sofort "Halbgott in Weiß" ein. Von mindestens 25 Fällen wird berichtet. Das bedeutet, es könnten wesentlich mehr sein. Noch sei unklar, ob Geld geflossen ist und die Daten absichtlich manipuliert wurden. Ermittelt werden müsse auch, ob andere Patienten auf der Warteliste für eine Lebertransplantation zu Schaden gekommen oder gar verstorben sind. Also aus Jux und Dollerei ist das wohl nicht passiert. Auch werden Presse, Funk und Fernsehen sich hüten, so eine Meldung in die Welt zu setzen, ohne gründlich recherchiert zu haben. Fehlverhalten, zweifelhafte Kontrolle und eklatante Charakterlosigkeit ist da noch die geringste Beurteilung dieses Falles. Soll mir nur keiner erzählen, dass es sich um einen Einzelfall handelt, ein schwarzes Schaf also, und da kann man halt nichts machen. Ich schon. Seit 2008 bin ich Organspender. Versuche, in meinem Umfeld zu überzeugen, dass etwa eine verfügte Feuerbestattung voraussetzen sollte, die Organe zu spenden, anstatt sie in Asche aufgehen zu lassen. Sollte sich dieser Fall auch gerichtlich bestätigen, werde ich meinen Organspendenausweis schreddern. Weiterhin werde ich bereit sein, Organe zu spenden, aber nur gegen die notariell abgesicherte Übernahme aller Kosten, die für meine Bestattung und Grabgestaltung anfallen. Sie meinen, diese meine Entscheidung wäre nicht angemessen? Fragen Sie mal die Betroffenen, ob sie es für angemessen halten, dass ihre Transplantationstermine nach Gutsherrenart verschoben wurden. Peter Voss, Konz