SOZIALES

Zum Artikel "Private Arbeitgeber lehnen geplante Pflege ab" (TV vom 22. September):

Wir wollen eine starke Pflege, um die uns anvertrauten pflegebedürftigen Menschen und ihre Angehörigen gut zu betreuen und zu versorgen. Dies kann nur mit Mitarbeitern gelingen, deren Interessen es ebenfalls in das Gesamtgefüge einzubinden gilt. Um ihnen zu einer starken Stimme zu verhelfen, ist es erforderlich, ihre Interessen zu bündeln. Hier ist eine Stärkung dringend nötig. Dass Mitarbeitende künftig gut aufgestellt sein müssen, gilt ganz sicher und gerade auch für den Bereich der Pflege von alten Menschen in Altenheimen oder in der häuslichen Versorgung. Um dies zu erreichen, brauchen wir eine engagierte Politik "pro Pflege" auf Landes- und Bundesebene, starke Gewerkschaften und Arbeitgeber, die ihrer besonderen Verantwortung gerecht werden. Wenn nun Herr Greiner im TV äußert, dass Mitarbeitende der Altenpflege nicht an einer Pflegekammer interessiert seien und zudem Mitgliedsbeiträge in Euro beziffert, so ist dies erstaunlich. Weder teile ich seine Einschätzung noch kann zum jetzigen Zeitpunkt etwas über die Höhe des Beitrags gesagt werden. Letzteres gemeinsam mit den Pflegenden zu bestimmen, wird auch eine der vielen Aufgaben der zukünftigen Pflegekammer sein. Wenig hilfreich für die Beschäftigten ist zudem die Aussage, wonach das Land dabei sei, "den größten Unsinn" zu machen. Sicher kann auch ich mit Blick auf meine jungen Jahre einräumen, vielleicht manchen "Unsinn" gemacht zu haben. Betonen will ich aber, dass die aktive Beteiligung an dem Aufbau der ersten Pflegekammer in Deutschland, der ganz sicher weitere Pflegekammern in anderen Bundesländern folgen werden, für mich eindeutig kein "Unsinn" ist. Sie gilt für mich als konsequenter Schritt, wenn die Pflege eine unüberhörbare Stimme erhalten soll. Die Gründungskonferenz, der ich gerne vorsitze, besteht fast ausschließlich aus Pflegenden. Sie kommen aus der Altenpflege, der Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und sind in unterschiedlichen Institutionen und Positionen verortet. Dieses Gremium arbeitet an Vorschlägen für den Gründungsausschuss, wie die Pflegekammer aufgebaut werden soll und wie Pflege sich organisieren kann. Die Pflegekammer in Rheinland-Pfalz wird einiges erreichen und zu sagen haben, Sie werden sehen! Sr. M. Basina Kloos, Marienhaus Stiftung, Neuwied