Soziales

Zum Artikel "Widerstand gegen Mindestlohn [... ]" (TV vom 10. Juni):

Es ist mir nicht erklärlich, dass monatelang eine derartige Debatte geführt wird. Der Mindestlohn ist eine angemessene Regelung, die ja in anderen europäischen Ländern schon lange angewendet wird. Wenn von der Wirtschaft das Zauberwort "Arbeitsplätze" ausgesprochen wird, ist bei unseren Volksvertretern nur noch eine Wirbelsäule, aber kein Rückgrat mehr zu erkennen. Es ist eine Schande, dass es in unserem Land Menschen gibt, die von dem Ertrag ihrer Arbeit nicht leben können, so dass der Staat - und das sind wir ja alle - "aufstocken" muss. Und selbst dann ist das Einkommen extrem niedrig. Ich bin grundsätzlich für das Solidarprinzip, aber die Nutznießer sind in diesem Falle die Arbeitgeber: billige Arbeitskräfte, weniger Lohnkosten. Das sogenannte 450-Euro-Gesetz wird in einer Form angewandt, für die es nicht gedacht war. Mittlerweile haben viele Firmen nur noch einen kleinen Stammkader, der große Rest sind Mitarbeiter mit Mini- und Midi-Verträgen. Es wird sicher eine Zeit der Regulierung brauchen, aber das Gesetz zum Mindestlohn muss unbedingt kommen, und wir werden es überleben. Deutschland hat sich durch seine rigide Lohnpolitik in Europa jede Menge Wettbewerbsvorteile verschafft, was bei unseren Nachbarn nicht unbedingt Wohlwollen hervorgerufen hat. Wenn es so weitergeht, werden wir wohl noch ein paar "Tafeln" eröffnen müssen, sie schießen ja wie Pilze aus dem Boden und sind längst auf dem platten Land angekommen. Mittlerweile ist die Nachfrage so stark, dass die dortigen Vorräte schon nicht mehr ausreichen. Eine Schande für unser reiches Land. Gerlinde Müller, Konz