Sport

Zur Berichterstattung über den Basketball-Zweitligisten Gladiators Trier, insbesondere über die geplante Nachwuchsakademie:

Erfreulich zu hören, dass der Trierer Basketball-Zweitligist eine Akademie plant, eine Einrichtung, die in vielen anderen Standorten bereits seit Jahren etabliert ist, und das nicht nur in finanzstarken Basketball-Zentren. In Trier wurden in den vergangenen Jahren immer wieder neue Dinge ausprobiert, eine Kontinuität war da leider nicht zu erkennen. Jetzt, nach dem Abstieg aus der Bundesliga und dem Neuanfang, startet also der nächste Versuch. Die ortsansässigen Vereine, die in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Spieler ausgebildet, Erfolge gefeiert und den Großteil der Jugendarbeit geleistet haben, werden bei diesem Projekt leider nicht eingebunden. Es gab keine gemeinsamen Gespräche, die Kommunikation erfolgt per E-Mail mit vorgegebenen "Konzepten", und die Verantwortung wird innerhalb der eigenen Organisation hin und her geschoben. Außerdem versucht man, eigene Strukturen aufzubauen, Hallenzeiten zu bekommen, und die Spieler werden wie selbstverständlich aus den Vereinen generiert. So schlecht, wie es manch einer behauptet, kann demnach die Arbeit in den Vereinen nicht sein. Eine Vorgehensweise, die durch den Bundesligisten bereits in den letzten Jahren praktiziert wurde und nachweislich zu keinem Erfolg geführt hat, dafür aber zu deutlichen Einschnitten bei den Vereinen. Dass leistungsstarke Spieler irgendwann den nächsten Schritt machen müssen, bestreitet keiner - auch nicht mit Vereinsbrille. Es gibt aber viele Spieler, die sicherlich auch in ihrem Heimatverein Verantwortung übernehmen und ausgebildet werden können, eingefügt in ein Gesamtkonzept. Leider ist man auf Seiten der Gladiators zu keinen Kompromissen bereit, auch wenn es die Regelungen zuließen (Sonderlizenzen). Hier wird in Kauf genommen, dass dadurch Mannschaften bei den Vereinen wegfallen, der breiten Masse ist damit natürlich nicht geholfen. Die Spitze rekrutiert sich bekanntlich aus der Breite, und diese Breite scheint den handelnden Personen in ihrem Handeln vollkommen egal zu sein. Man hat den Eindruck, dass für den Trie rer Zweitligisten nur eine Meinung zählt und dass die Gladiators-Führung ihr Vorhaben gegen alle Widerstände durchzieht. Dies führt zwangsläufig zu Konflikten, die dem Basketballsport leider nicht helfen. Gerade bei einem Standort wie Trier, der allein wegen seiner geringen Größe Nachteile hat, sollten die vorhandenen Kompetenzen gebündelt werden. Da helfen auch keine weisen Worte der handelnden Personen aus dem Profibereich, denn dieses Geschäft ist bekanntlich sehr schnelllebig. Arno Folwill, Abteilungsleiter Basketball DJK/MJC Trier, Edgar Gallmeister, Abteilungsleiter Basketball Trimmelter SV, Gerd Rinke, 1. Vorsitzender TVG Baskets Trier