Strafrecht

Zum Artikel "Mainzer Justizminister will Schüler besser vor Missbrauch schützen" (TV vom 14. November):

Erwachsene, die sexuellen Missbrauch an Kindern/Jugendlichen begehen, müssen immer strafrechtlich belangt werden, egal in welcher Beziehung oder Abhängigkeit Täter und Opfer zueinander stehen. Deshalb ist es ein ungeheuerlicher Skandal, dass juristische Spitzfindigkeiten in Form von Differenzierungen (Obhutsverhältnis, Vertretungslehrer, Fach- oder Klassenlehrer) ausgerechnet im pädagogischen (öffentlichen) Bereich die Bestrafung eines Täters verhindern. Warum es zu dem sexuellen Missbrauch eines Lehrers mit einer 14-jährigen Schülerin kam, bleibt spekulativ. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass ein allzu respektloses Erscheinungsbild - von pubertierenden Teenagern ertrotzt - sexuelle Übergriffe oder Missbrauch provoziert. Eltern sollten ihren Kindern Orientierung bieten und Vorbilder sein und keinesfalls kritiklos jedes aktuelle Modediktat oder "Schönheitsideal" tolerieren. Wie kann es sein, dass Schülerinnen heute in knappen Hotpants oder ultrakurzem Minirock, in reizwäscheähnlichen Oberteilen, bauchfreien Tops und wie selbstverständlich tief dekolletiert zum Unterricht stöckeln, pardon, erscheinen? Welcher (junge) Mensch ist heutzutage allen Ernstes dermaßen hässlich, dass er sich als "Gesamtkunstwerk" bis zur Unkenntlichkeit "aufbrezeln" oder magersüchtig hungern muss (Make-up, lackierte oder künstliche Finger- und Fußnägel, sonnenstudiogebräunt, kaugummikauend oder rauchend, alkoholisiert, gepierct oder mit großflächigen Tattoos "verzierte" Körperstellen)? Ein solch respektloses, aufreizendes, offenherziges oder extrem spärliches Outfit ist weder in Schule, Kirche, Ausbildung, Beruf noch in der Öffentlichkeit angesagt, sondern bestenfalls in der Freizeit, und selbst dort besteht in der Regel aufgrund der demonstrativ zur Schau gestellten Reize nicht selten akute Verwechslungsgefahr mit dem Rotlichtmilieu. Parallel zur geplanten Änderung des Schulgesetzes schlage ich präventiv ein Gesetz zur verbindlichen Kleiderordnung für Schüler und ein dem Bildungs- und Erziehungsauftrag einer Schule gerecht werdendes "gepflegtes Äußeres" vor. Anstelle (angemessener) individueller Kleidung ist auch die Einführung einheitlicher Schulkleidung denkbar. Auf diese Weise würden sich Ablenkung vom Lehrstoff und anzügliche Bemerkungen bis hin zu sexuellen Belästigungen oder gar Missbrauch minimieren. Hedi Fischer, Serrig