strassenbau

Zur Berichterstattung über den Bau der Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig und zu den Leserbriefen "Von Rutschungen, Prallhängen und apokalyptischen Prophezeiungen" (TV vom 17. Januar) diese Zuschriften:

Die Hochmoselbrücke, das größte Brückenbauwerk Europas, von Beginn an nicht nur von Zustimmung begleitet, sorgt wieder für Schlagzeilen. Ein Teil der Pfeiler soll in einem Rutschhang bei Ürzig stehen. Der Chef des Landesamtes für Geologie, Prof. Dr. Harald Ehses, macht auf besondere Schwierigkeiten in diesem Hang aufmerksam und fordert zusätzliche hydrogeologische Gutachten. Das ist gut so, vor Baubeginn der Pfeiler in einem Rutschhang muss jedes noch so kleine Sicherheitsrisiko bekannt sein, damit notwendige Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können. Wir an der Obermosel haben unsere Erfahrungen in Sachen Rutschhang machen müssen. Nach Beendigung der Arbeiten am Moselkanal, im November 1964, begann das Unheil. Teilbereiche der Weinberghänge zwischen Wellen und Nittel sowie Grevenmacher und Machtum (Luxemburg) rutschten ins Tal. Im Bereich Kelsbach bei Machtum stand zu diesem Zeitpunkt das größte Weingut Luxemburgs, die Deisermühle, ein prächtiges Gebäude, inmitten der dazu gehörenden Weinberge. Im Dezember 1964 verschlimmerte sich die Situation, die neugebaute Uferstraße wurde in Richtung Mosel gedrückt, über Nacht wurden die Gebäude der Deisermühle so baufällig, dass sie am folgenden Tag einstürzten und alle Weinberge von den zu Tal rutschenden Geröllmassen vergraben wurden. Eine Million Kubikmeter Fels und Geröllmassen hatten sich in Bewegung gesetzt, die Deisermühle existierte nicht mehr. Heiligabend 1964 kam der Berg zur Ruhe. Als Ursachen wurden natürliche Gegebenheiten sowie Eingriffe durch Menschenhand angegeben. Uns stellt sich in dem Zusammenhang die Frage: Hätte ein Brückenpfeiler an dieser Stelle die Urgewalt der Natur unbeschadet überstanden? Die Rutschzone an der Deisermühle wurde der Natur überlassen, der Rutschhang in Nittel wurde Weinbaufläche mit besonderen Auflagen. Rudolf und Margret Schmitt, Wellen Wenn alle Fakten der Standsicherheit der Brücke auf den Tisch sollen, gehört dazu auch ein Gutachten des Max-Planck-Instituts, ein Erdbeben der Stärke 6,5 Richterskala zu simulieren; denn das in der geologischen Literatur erwähnte südwestdeutsche Erdbeben vom 16. November 1911 und die dazu gehörige Isoseistenkarte (Linien gleicher Erdbebenstärke von 6,5) reichte bis in den Moselraum. Der schwabbelige Untergrund und darauf tragende Pfeiler wären mir ein zu hohes Risiko. Ohne dass diese Parameter abgearbeitet sind, würde ich diese Brücke nicht bauen oder verantworten wollen. Dr. Wilhelm Wendling, Altenahr Zum Leserbrief von Prof. Walter diese Anmerkung: Rein um das Prinzip verständlich zu machen, ist eine Pfahlgründung sehr wohl mit einem Weidepfahl vergleichbar! Prof. Dr.-Ing. Joachim Sartor, Lieser