STRASSENBAU

Zum Artikel "Brücken-Casting in Berlin? Verkehrsministerium prüft Wettbewerb" (TV vom 19. August):

Diesen Beitrag kann ich nicht unkommentiert lassen - da juckt es mich schon beim Lesen in den Fingern. Es soll also zur Verschönerung dieses monströsen Bauwerkes ein "Ideen-Wettbewerb" (neudeutsch: Casting) stattfinden. Das kostet Geld. Laut Bundestagsabgeordnetem Peter Bleser ist noch keine Entscheidung gefallen. Aber der Künstler R. O. Schabbach hat schon einmal die Gelegenheit bekommen, in Berlin seinen Vorschlag zur Beleuchtung (er nennt es "Illumination" - klingt ja auch viel besser) vorzustellen. Also doch ein gewisser Vorsprung in Sachen "Casting". Wie kam es dazu? Wer hat denn hier wieder die Steigbügel gehalten? Acht Millionen Euro soll der Spaß kosten, die muss aber der Bund zahlen - es handelt sich ja um eine Bundesstraße. Doch das sind Steuergelder. Jetzt müssen wir mal unseren MitbürgerInnen in den anderen Bundesländern erzählen, dass wir in Rheinland-Pfalz eine illuminierte Brücke brauchen. Da wird nicht viel Verständnis aufkommen, ich kann das gut verstehen. Ich habe bereits vor zwei Jahren den Vorschlag gemacht, an der Unterseite der Brücke ein hängendes Restaurant mit angeschlossenen Aussichtsplattformen zu bauen. Diese Plattformen könnte man zum Beispiel auch für regelmäßige Bungee-Wettbewerbe verwenden. Das Restaurant wird verglast - man kann beim Essen einen tollen Ausblick genießen. In Traben-Trarbach zahlen die Leute Geld dafür, mit einem Kran in die Luft gehoben zu werden, um dann in luftiger Höhe zu speisen. Da hätte das Restaurant unter der Brücke sicher die gleiche Anziehungskraft. Und die Aussichtsplattformen könnte man von unten mit der Werbung eines Sponsors beschriften. Dieser Sponsor (fragt doch mal den berühmten Hersteller von Energiegetränken aus Österreich!) würde sicher auch den Bau und den Betrieb des Restaurants und der Plattformen finanzieren. Damit wäre dann alles bestens, die Brücke hätte ihre künstlerische Aufwertung, der Besucheransturm wäre sicherlich enorm - wovon auch die umliegenden Orte profitieren würden. Das nennt sich neudeutsch dann wohl "Win-win-Situation". Ich hoffe nur, dass beim Besuch von Herrn Schabbach in Berlin nicht schon Nägel mit Köpfen zulasten des Steuerzahlers gemacht wurden. Rainer Weinand, Maring-Noviand