strassenbau

Zur Berichterstattung über den Ausbau der Autobahn A 1:

Meinung

Wer A sagt, muss nicht B sagen
Wer A sagt, muss nicht B sagen. Sondern er kann auch erkennen, dass A falsch war. Es wäre wünschenswert, wenn dieser weise Ausspruch von Bertolt Brecht auch dem einen oder anderen A 1-Befürworter zu denken gäbe, der jetzt so lautstark für den "Lückenschluss" die Stimme erhebt. Und zwar nicht nur deshalb, weil diese "Lücke" gegenwärtig ausgefüllt wird durch eine der schönsten Eifel-Landschaften - von der Vulkaneifel bis zum oberen Ahrtal, das im Rahmen des Naturschutz-Großprojekts Ahr 2000 als besonders förderungswürdig eingestuft wurde. Eine Landschaft, in der momentan noch seltene Tier- und Pflanzenarten beheimatet sind und die durch eine Autobahntrasse unwiderruflich geschädigt und in Teilen zerstört würde. Kurzsichtig erscheint ein Weiterbau der A 1 aber auch, weil er vermeintlichen Wirtschaftsinteressen den Vorrang einräumt gegenüber einer langfristigen und nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen, die für die Eifel schon jetzt immer größeren Stellenwert erhalten und langfristig auch enorme Wirtschaftspotenziale bieten. Nämlich die Eifel als noch weitgehend naturbelassenes Erholungsgebiet, als Tourismus-Region und Alternativ-Domizil für die von Autos, Lärm und Hektik gestressten Städter. Dies haben die vielen Eifeler und Eifel-Besucher erkannt, die sich in Naturschutzverbänden, Wandervereinen oder Bürgerinitiativen engagieren oder einfach die Landschaft genießen wollen. Das Nicht-Weiterverfolgen eines zerstörenden Großprojekts kann daher nur als weitsichtige Politik bezeichnet werden. Friedrich Hagedorn, Recklinghausen