Strassenbau

Zur Berichterstattung über die Hochmoselbrücke bei Zeltingen-Rachtig diese Zuschrift:

Erst nachdem Prof. Dr. Ehses, der Leiter des Landesamtes für Geologie, Bedenken gegen die unsicheren Baugrundverhältnisse am Ürziger Hang öffentlich gemacht hat, reagiert die Landesregierung. Die für die Planung Verantwortlichen versichern weiterhin, alles sei technisch machbar, es gebe keine Gefahr für die Hochbrücke. Für Wissenschaftler ist aber die Klärung der Schwierigkeiten am instabilen Ürziger Hang das vordringliche Problem. Was ist denn, geologisch gesehen, das Besondere am Ürziger Berg? Jeder kann im Gelände beobachten, dass der größte Teil des Berges nicht aus grauen de vonischen Schiefern, sondern aus Gesteinen des Rotliegenden besteht, die als vulkanische Ignimbrite ausgewiesen werden. Sie sind beim Abbruch des Wittlicher Grabens an dessen südlicher Randverwerfung, die über den Ürziger Berg verläuft, als Spalteneruptionen ausgeflossen. Sie stehen oberflächlich in den Weinbergen und an der Landesstraße an. Die große Masse der Ignimbrite, die aus den Spalten am Ürziger Hang kamen, sind in den sich absinkenden Wittlicher Graben geflossen. Dort wurden sie vor mehr als 100 Jahren in der "Bohrung Altrich" unter 400 Meter tiefen Rotliegend-Sandsteinen als 40 Meter mächtiges Vulkangestein erbohrt. Nur am Ürziger Hang ist die Situation im Moseltal geologisch so kompliziert. Dennoch wurde seit den 1970er Jahren immer der Raum Ürzig für die Moselüberquerung favorisiert und später für den Standort der Pfeiler genau der Teil des Prallhangs ausgesucht, der zusätzlich noch rutscht! Erst seit dem 13. Oktober 1998 liegt ein erstes Gutachten über die ingenieurgeologischen Verhältnisse zum Neubau der B 50 und der Moselbrücke Ürzig vor. In keiner der darin ausgewerteten Bohrungen, die nur bis maximal 29 Meter Tiefe reichen, wird fester Untergrund erreicht. Es wird vermutet, dass die hier anstehenden Gesteine durch tektonische Prozesse und fossile Rutschbewegungen tiefgreifend entfestigt sind. Dieses Gutachten ist die einzige amtliche geologische Unterlage für die Planfeststellung des größten Brückenbauwerks Europas! Das ist keine normale Planung - das ist fahrlässig. Alle Einwände wegen der unvollständigen geologischen Unterlagen wurden im Planfeststellungsverfahren vom 28. Dezember 2000 kommentarlos ignoriert. Die Situation am Ürziger Hang ist äußerst kritisch. Die Forderungen von Prof. Ehses nach hydrogeologischen Untersuchungen hätten längst erfüllt werden müssen, denn zurzeit kann kein Wissenschaftler eine Garantie für die dauerhafte Standsicherheit hoher Pfeiler in einem geologisch nicht vollständig erforschten Rutschhang abgeben. Dr. Elisabeth von den Hoff-Kremer, Wittlich