STRASSENBAU

Zum Leserbrief "Noch Fragen?" von Wolfgang Zerfaß (TV vom 24. Dezember):

Herr Dipl.-Ing. Zerfaß, Leiter der Fachgruppe "Konstruktiver Ingenieurbau" beim Landesbetrieb Mobilität (LBM), unterstellt in seinem Leserbrief, dass meine Bedenken zum Sicherheitskonzept der Hochmoselbrücke nicht objektiv seien, da ich seiner Meinung nach nicht alle Fakten kannte. Dies trifft nicht zu. Das Sicherheitskonzept war mir bekannt. Auch nach dem Gespräch mit den Vertretern des LBM konnten meine Bedenken nicht ausgeräumt werden. Vielmehr musste das im Auftrag des LBM planende Ingenieurbüro zugeben, dass das verwendete Sicherheitskonzept nicht die Anforderungen der Din-Norm beziehungsweise des EuroCode 7 erfüllt. Dabei werden in der Standsicherheitsberechnung nicht alle Lastfälle wie Erdbebenbeschleunigung oder Ex tremereignisse wie Niederschläge berücksichtigt. Die Beobachtungsmethode darf gemäß EuroCode 7 das Sicherheitskonzept in diesem Fall nicht ersetzen. Das heißt: Meine damalige Stellungnahme gilt heute noch. Weiterhin impliziert Herr Zerfaß, dass ich nur am Einsatz des von mir und meinem Team entwickelten Frühwarnsystems interessiert sei. Dies trifft auch nicht zu. Wenn es so wäre, hätte ich das Überwachungssystem des LBM kritisiert und nicht das Sicherheitskonzept. Meine Motivation ist weder monetär getrieben noch vom Interesse des Einsatzes irgendwelcher Systeme beeinflusst, sondern allein der Tatsache geschuldet, dass wir als Steuerzahler ständig für die fatalen Fehler der Projektplaner, die ohne Konsequenzen blieben, bezahlen müssen. Auch als Bürger fühle ich mich verpflichtet, auf Sicherheitsmängel dieser Dimension hinzuweisen. Solche Unterstellungen und Implikationen sind einem Leiter der Fachgruppe "Konstruktiver Ingenieurbau" des LBM nicht würdig. Vielmehr sollte man sich auf sachliche Diskussionen konzentrieren. Prof. Dr. Dr. h. c. Rafig Azzam, Aachen