Strom aus der Steckdose

Politik

Zum Artikel "Macht euren Wahlkampf selbst" und zum Kommentar "Sinn für Realitäten" (TV vom 24./25. Juni):
Es gibt einen Streit bei den Grünen um den Termin 2030. Nach dem Wahlprogramm der Grünen sollen ab diesem Jahr in Deutschland keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus dem Autoland Baden-Württemberg nannte diesen Termin einen "Schwachsinns termin".
Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, konterte mit dem Argument, dass Autos circa 18 Jahre genutzt werden und dass man dementsprechend 2030 bei den "Neuzulassungen emissionsfrei sein müsse, wenn wir bis 2050 einen klimaneutralen Verkehr haben wollen".
Man glaubt es kaum: Bei den Grünen kommt der Strom aus Wind-, Solar- sowie Biogasanlagen oder Wasserkraft aus der Steckdose und ist dann automatisch emissionsfrei.
Wie toll, ihr tollen Grünen! Ihr seid wirklich die Größten der Ingenieurskunst!
Prof. Dr. Manfred Matschke
Mertesdorf

Das heimliche Filmen von Winfried Kretschmanns Wutausbruch im Zwiegespräch mit seinem Sitznachbarn beim Bundesparteitag der Grünen in Berlin ist ein starkes Stück, da es parteipolitisch ausgeschlachtet werden soll und wird.
Das sollte dem Wähler zu denken geben. Dass jedes Mittel recht ist, um die Schwächung des Mitkonkurrenten zu erreichen. Hintergrundgespräche im Hinterzimmer unter Ausschluss der Öffentlichkeit finden bei jeder Partei statt.
Bei mir wirkt diese Auseinandersetzung Kretschmanns mit den Thesen und dem Programm seiner Partei authentisch, ehrlich, sympathisch.
Demokratische Parteien leben vom Widerspruch und sachlicher Auseinandersetzung, die dann in einem gemeinsamen Parteibeschluss münden.
Bravo Winfried Kretschmann, bravo Jürgen Trittin, bravo Hans-Christian Ströbele!
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom! Wer hinter den Schafen trottet, sieht nur Ä...!
Harald Dupont
Ettringen