Sprache : Su en Pubes!

Zu den Leserbriefen unter der Überschrift „Vulgärer Schwachsinn“ (TV vom 14. Oktober) schreibt Rainer Wolf-D. Düro:

Der in seiner Volksfreund-Kolumne gerne gelesene „Heimatsprech“-Erklärer Horst Schmitt bescheinigt sich Fassungslosigkeit (vielleicht auch gar noch Schockstarre?) und echauffiert sich beim Lesen der Lieblingsausdrücke von Martin Dücker. Bei näherem Hinsehen und etwas genauerer (etwas toleranterer?) Analyse erscheint mir so viel Aufregung um „su en Pubes“ kaum gerechtfertigt.

Das Wort „Käfftebuijer“ stammt aus vergangenen Jahrhunderten. Vor über 60 Jahren von mir in Trier zum letzten Mal gehört – im Bekanntenkreis total unbekannt. In Zeiten, in denen Homosexualität noch bei Gefängnisstrafe verboten war, war es sicher auch ein Schimpfwort.

Heute leben wir im 21. Jahrhundert, LSBTIQ stehen mitten in unserer Gesellschaft. Gerade hier in Trier leben viele dieser Menschen und bringen sich vielfältig in unser kulturelles Leben ein: SchmitZ Theater, Rosa Karneval, Queer Garten, Christopher Street Day – um nur einige erfolgreiche Aktionen zu nennen. Und auch diese Bürger haben – sieh an (!) – in ihren Partnerschaften ein Sexualleben! Oral- und eben auch Analverkehr (und nichts anderes heißt ja laut Horst Schmitt das Wort „Käfftebuijer“) gehören – wie bei nicht wenigen „Heteros“ ja auch – zu den gelebten partnerschaftlichen Sexualpraktiken. Ich glaube, zu diesen Freiheiten stehen die Menschen auch zu Recht selbstbewusst. Über gelebte Sexualität nicht frei sprechen zu dürfen kommt mir deshalb arg prüde daher. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ kann ich dazu nur sagen.

Ich bin froh, dass Peter Reinhart im TV nicht zensiert hat! Pharisäerhaft (... aber das wäre ja der andere Leserbrief zum oben genannten Thema) versuchen doch in zunehmendem Maße lautstarke Minderheiten, uns „ihren“ gewünschten Sprachgebrauch aufzudrücken, immer auch mit der von ihnen gleich mit geforderten eigenen Interpretationshoheit.

Ich – und vielleicht auch viele andere Menschen in Trier – sagen hierzu: Nein, danke!

Rainer Wolf-D. Düro, Trier