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Teuer und klimaschädlich

Teuer und klimaschädlich

Zum Artikel "Wintersportler in den Startlöchern: Schneekanonen sorgen für perfekte Pisten" (TV vom 16. Dezember):

Beim Studium des Trierischen Volksfreunds wurde mir wieder deutlich vor Augen geführt, wie unaufrichtig unsere Gesellschaft, aber auch der TV ist. Er berichtet ausführlich über die Weltklimakonferenz in Kopenhagen, über hitzige Diskussionen und tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten, aber auch über zum Teil gewalttätige Demonstrationen von Menschen, die eine Lösung des Problems wünschen. Aus diesen Berichten wird deutlich, wie wichtig es ist, eine weitere Erwärmung unseres Klimas zu verhindern, so weit dies uns Menschen möglich ist.

Aber gleichzeitig berichtet der TV schon auf der ersten Seite in besagter Ausgabe, dass die Wintersportler in den Startlöchern stehen und Schneekanonen für perfekte Pisten sorgen werden. Ein großes Titelbild zeigt zudem eine solche Schneeschleuder in voller Aktion.

Im Innern der Zeitung werden auf einer Doppelseite außerdem alle Wintersportmöglichkeiten in unserer Region eingehend beschrieben.

Einerseits wird also eindringlich darauf verwiesen, wie wichtig es ist, Energie zu sparen, andererseits wird aber dafür geworben, enorme Mengen an Energie und wertvollem Wasser ganz sinnlos zu verschwenden, indem für einige Menschen die Gelegenheit geschaffen wird, sich zu amüsieren und Spaß zu haben.

Da der Betrieb der Beschneiungsanlagen und der Skilifte in der Vergangenheit oft nicht kostendeckend war, muss zudem die Allgemeinheit für die Fehlbeträge aufkommen, obwohl viele Mitbürger überhaupt kein Interesse an dem Skibetrieb haben.

Wenn man es wirklich ehrlich meint mit dem Einsparen von Energie, damit sich unser Klima nicht noch weiter erwärmt, dann muss man auch auf die Dinge verzichten, die vielleicht wünschenswert wären, aber überaus schädlich sind. Man kann eben nur dort Wintersport betreiben, wo es Schnee dafür in ausreichender Menge gibt.

Hermann Bornmüller, Wittlich

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