Theater

Zum Artikel "Zwei starke Frauen, zu viele Männer" (TV vom 10. Oktober):

" … hätte man auch andere, in dieser Form überflüssige Rollen streichen können", schreibt die Kritik im TV über die "Maria Stuart"-Inszenierung am Stadttheater Trier. Dann nennt sie aber nur einen: den Grafen von Kent, den Tim Olrik Stöneberg darstellt. Sicherlich geht es in diesem Drama um die Kontrahentinnen Maria Stuart und Königin Elisabeth. Aber sind die "Strippenzieher", nämlich die Männer, ganz überflüssig? So könnte man vielleicht verstehen, dass sie Klaus-Michael Nix, der die größte, längste und vielleicht auch bedeutendste Männerrolle dargestellt hat, gar nicht erst erwähnt. Und den anderen männlichen Hauptdarsteller Peter Singer auch nicht! Gerhard Weber lässt in seiner wohldurchdachten Inszenierung seine Darsteller den herrlichen Drama-Text des ewigen Klassikers Friedrich Schiller so sauber, wohlartikuliert und mit höchster Intensität durchlebt sprechen, dass man jedes Wort, ja jede Silbe klar verstehen kann. Es handelt sich hierbei ja um ein weltberühmtes und weltbedeutendes Drama, das erwähnt die Kritik so gut wie nicht. Stattdessen moniert sie, dass es "ein Politkrimi, wie es das Programmheft verspricht" aber nicht sei. "Dazu fehlt die Spannung", schreibt sie abschließend. Dabei war der herrlich gelungene Abend voller Spannung, vom Anfang bis zum Ende. All das bestätigten die lang anhaltenden Ovationen, die in einen alles überwältigenden "Klatschmarsch" mündeten; das soll auch unbedingt erwähnt werden. Kurzum: Der Premierenabend war ein ganz großer Erfolg! Ferry Seidl, Gusterath Anm. d. Red.: Der Autor ist Operettensänger und in Gastrollen am Theater Trier engagiert.