Theater

Zur Berichterstattung über das erst geplante und dann abgesetzte Stück "Die rote Wand"/Kriminalfall Tanja Gräff in Trier:

Die Kunst ist frei - aber diese Freiheit sollte nicht verantwortungsfrei durchgezogen werden. Sie sollte vielmehr enden, wenn sie anderen schadet, und sie sollte sich zurückhalten, wenn sie persönlich wird und zum Beispiel die Gefühle und Rechte Betroffener verletzt. Ließe nicht der Trierer Schauspieldirektor Ulf Frötzschner mehr als Feingefühl vermissen, wenn er Frau Gräff lediglich per E-Mail von der Realisierung des Stücks "Die rote Wand" zu informieren gedacht hätte, würde er die fehlende Antwort nicht ignorant und anmaßend als "Zustimmung" fehldeuten? Und würde diese fahrlässig zur "Zustimmung" erklärte Aussage seinerseits, auf einer Pressekonferenz öffentlich geäußert, nicht ein selbstherrliches und arrogantes Handeln offenbaren? Ich sollte Herrn Frötzschner per E-Mail um seine Zustimmung bitten, bevor diese Zeilen im Volksfreund veröffentlicht werden - oder nö, mache ich's wie Böhmermann: Ich bleibe im Konjunktiv und mache es frank und frei gleich öffentlich. Doch halt, da ist ein Unterschied: Ich fühle mit Frau Gräff. Gerhard Kress, Trier