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Thomas Heinz zum Müllranking

Leserbrief : Abfallwirtschaft: Bürger wollen Vollkasko, kosten soll es nichts

Müll

Zum Artikel „Müllranking: Warum ist Trier plötzlich deutsche Gebührenhochburg?“, Trierischer Volksfreund vom 1. Juli:

Beim regionalen Abfallzweckverband und der Stadt Trier ist man derzeit wegen eines Rankings nicht erfreut. Doch gute Nachrichten wird es im Abfallbereich künftig kaum geben. Wenn darauf hingewiesen wird, dass steigende Kosten ein Ärgernis sind, so kann dem nicht widersprochen werden. Wir sind es sehr gewöhnt, dass wir in Deutschland mit einer Vollkasko-Lebensabsicherung in allen Bereichen geschützt werden. Wir verbinden damit sogar einen Anspruch, der auf alle Lebensbereiche übertragen wird. Aber kosten darf es nichts.

Nun trifft es auch die sogenannte „Müllabfuhr“. Dieser Begriff erscheint mir aber zu eng, weil es eben nicht nur um den „Müll“ geht, sondern um viel mehr. Die umgangssprachlich als Müllgebühren bezeichneten Kosten für die Haushalte beinhalten doch etwas mehr, ja, sogar viel mehr. In diesen Gebühren sind kalkulatorisch unter anderem enthalten die vierwöchige Leerung der Abfallsammelbehälter, die vierwöchige Abholung von Grünabfall, die viermalige jährliche Abholung von Sperrmüll, die Aufstellung/Leerung/Säuberung der Biogut-Behälter, die damit verbundenen Personal- und Sachkosten, der Verwaltungsaufwand, die Unterhaltung der Deponien, darüber hinaus auch die Verfolgung widerrechtlicher Ablagerungen  und vieles mehr.

Unstreitig dürfte sein –  wir selbst spüren es doch als BürgerInnen tagtäglich –, dass die Kosten steigen. Ob beim Einkauf, an der Tankstelle, bei Gas und Öl. Es ist sehr leicht, irgendwelche Zahlen, wie eben Gebühren, so aufzubereiten, dass ein Vergleich ein bestimmtes Ergebnis erzielt.

Jedoch ist meine Meinung, dass der bundesweite Vergleich (des Eigentümerverbands Haus und Grund, Anmerkung der Redaktion) nicht nur hinkt, sondern es sich dabei um keinen objektiven Vergleich handelt, sondern möglicherweise um ein gewolltes Ergebnis.

Meine persönliche Meinung: Auch der Zweckverband ART hat nun mal, wie übrigens wir alle, mit steigenden Kosten zu leben! Die Leistungen der ART sind jedoch im Gesamtpaket, insbesondere auch im Hinblick auf die Gebühren, sehr wohl konkurrenzfähig. Anstatt dankbar dafür zu sein, dass uns die Entsorgung für einen wirklich sehr überschaubaren Betrag von der ART abgenommen wird und funktioniert, suchen manche Zeitgenossen immer nur das Haar in der Suppe!