1. Meinung
  2. Leserbriefe

Katholische Kirche: Tiefe Erschütterung

Katholische Kirche : Tiefe Erschütterung

Zu den Artikeln „Hat der Trierer Bischof Stein Missbrauch vertuscht?“ (TV vom 4. Februar), „Ehemaliger Trierer Bischof soll Missbrauchspriester gedeckt haben“ und „Eine eindeutige Warnung vor Kleriker Nr. 20“ (TV vom 6. Februar) schreiben Norbert Hinske und Klaus Kiefer:

Erst die Hindenburgstraße, jetzt der Bernhard-Stein-Platz. Sollte sich herausstellen, dass Adenauer beim Rosenzüchten ein unerlaubtes Düngemittel verwendet hat, wird auch die Konrad-Adenauer-Brücke ihren Namen verlieren.

Ich schlage dem Trierer Stadtrat daher vor, den Beschluss zu fassen, Straßen in Zukunft nur noch nach Blumen, Schmetterlingen und Käfern zu benennen. Ja, zur Not auch Borkenkäferstraße. Die Kosten, die den Anliegern durch die Umbenennung entstehen (neues Briefpapier, neue Firmenlogos und so weiter) sollten selbstverständlich diejenigen tragen, die die Umbenennung veranlasst haben.

Norbert Hinske, Trier

Der Vortrag von Thomas Schnitzler zur unrühmlichen Rolle des ehemaligen Bischofs Bernhard Stein bei der Aufklärung von Missbrauchsfällen im kirchlichen Umfeld des Bistums Trier hat bei bei den zahlreichen Zuhörern in der VHS eine tiefe Erschütterung ausgelöst. Hier wurde ein Schlaglicht auf das in der Ära Stein von dem damaligen Klerus erzeugte Klima der Angst und Repression geworfen, das dann den Nährboden für die von Herrn Schnitzler geschilderten Sexualverbrechen, von einigen katholischen Klerikern begangen an Kindern und Jugendlichen, geschaffen hat. Dass Bischof Stein seine schützende Hand über verschiedene Missetäter gehalten hat, dürfte nach den Recherchen von Herrn Schnitzler außer Frage stehen. Die Umbenennung des Bischof-Stein-Platzes ist somit unerlässlich geworden. Mein Vorschlag: Edith-Stein-Platz.

Der Name eines ins Zwielicht geratenen ehemaligen Bischofs würde gegen den Namen einer Heiligen ausgetauscht. Diese bedeutende Philosophin und Ordensfrau ist einer der wenigen ethisch-moralischen Leuchttürme der katholischen Kirche im 20. Jahrhundert.

Klaus Kiefer, Wellen