Tiere

Zum Artikel "Landesregierung will Hundeführerschein einführen" und zum Kommentar "Was Herrchen nicht lernt …" (TV vom 30. Oktober):

Leider stelle ich fest, dass in der Berichterstattung das Tier selbst keine Beachtung findet. Frau Schwadorf, Sie malen in Ihrer Stellungnahme äußerst polemische Bilder ("ekelhafte Tretminen allerorten, frei herumstreunende Vierbeiner …"). Des "Pudels Kern" treffen Sie dabei allerdings nicht! Sie beklagen die Inkompetenz der Hundeführer. Da Sie jedoch mit keiner Silbe den Anspruch der Tiere auf eine artgerechte Haltung erwähnen, unterstelle ich Ihnen selbst bezüglich dieser Thematik Inkompetenz. Bevor Sie sich eines solchen Themas annehmen, sollten Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein und sich dementsprechend vorab umfassend informieren. Hunde benötigen für ihre physische wie psychische Gesundheit regelmäßig Auslauf, Abwechslung und freie Bewegung. Ein auf diese Weise ausgeglichener Hund wird nicht aggressiv reagieren. Wo gibt es in Trier die Möglichkeit für Hundebesitzer, ohne Verstoß gegen vorhandene Vorschriften (die Pflicht zum Anleinen des Hundes existiert im gesamten Stadtgebiet) ihrem Tier in dieser Richtung gerecht zu werden? Hier ist nach meiner Meinung Handlungsbedarf durch die Stadt gegeben, indem speziell für den Freilauf von Hunden ausgewiesene Flächen bereitgestellt würden. Dies wäre ein aktiver Betrag der Stadt zum Tierschutz. Statt Steuergeld für zusätzlich notwendige Bürokratie, die durch Einführung des Hundeführerscheins erforderlich würde, bereitzustellen, wären die Mittel hier meines Erachtens besser investiert. Zum Thema "Tretminen": Seit Jahren unterstütze ich die Stadtverwaltung in ihren Bemühungen, dem Problem durch Bereitstellung von Hundekottüten zu begegnen. Es mangelt hierbei nicht an der Verfügbarkeit der Tüten, sondern eindeutig an der Akzeptanz mancher Hundeführer. Glauben Sie ernsthaft, dass diese Menschen, die die Hinterlassenschaften ihres Hundes bewusst liegen lassen, ihre Einstellung zu diesem Thema durch Einführung eines Hundeführerscheins ändern werden? Sie sollten erkennen, dass es sich dabei um ein gesellschaftliches Problem handelt, das leider auch auf andere Bereiche unmittelbar übertragbar ist. Edgar Utschick, Trier