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leserbriefe: Traumvorlage für Permanentnörgler

leserbriefe : Traumvorlage für Permanentnörgler

Zum Artikel „Der Rhythmus, bei dem jeder mit muss“ (TV vom 16. August) schreiben Wolfgang Hertel und Edelburg Werner:

Die EU-Umfrage zur Zeitumstellung ist ein Beispiel von manipulativer Pseudodemokratie übelster Art. Derartige Umfragen zielen grundsätzlich auf Permanentnörgler, die durch Autosuggestion genügend Wut angestaut haben, um sich im eher konfusen Internet abzureagieren. Das Prozedere ist ein Hürdenlauf. Schon auf der ersten Seite: Ich klicke bei Sprache auf „Deutsch“, und es erscheint eine Informationsseite auf Englisch! Im Zeitalter der Inklusion, wo bleiben da die Bürger ohne Computer oder jene, die damit Probleme haben? Und zuweilen blockiert die Umfrage sogar das ganze Internet!

Wollten die EU-Bürokraten ein ehrliches, demokratisch belastbares Votum haben, bräuchten sie nur bei der nächsten EU-Wahl einen zweiten Stimmzettel zur Zeitumstellung beizufügen.

Wenn der Autor Detlef Drewes, wie angeblich „alle“, unter dem „sozialen Jetlag“ irgendwie tagelang leidet, so kommen mir die Tränen. Sicher hat er aber, wie Millionen anderer Deutscher, kein Problem, für ein paar Tage, nur so zum Spaß, nach Japan oder Kalifornien zu düsen. Die meisten zeitgesteuerten Geräte stellen sich inzwischen automatisch um. Doch meine Armbanduhr muss ich zweimal jährlich von Hand umstellen. Wie rum? Das macht mich tagelang krank! Und die arme Tierwelt? Die Vögel und Eichhörnchen in meinem Garten haben da keine Probleme. Ostern 2016, ein Milchbauer mit Ferienangebot im Allgäu zur Zeitumstellung: „für mich kein Thema.“ Aber zu Wort kommen eben die Bauern, die vorgeben, warum auch immer, Probleme (sie oder die Tiere?) zu haben.

Die heutige Lösung vereint viele Länder durch einen gerade für Deutschland guten Kompromiss: Die derzeit alternierenden mitteleuropäischen Zeiten (Sommer- beziehungsweise Winter- = Normalzeit) gelten ja vom Nordkap bis Malta, von Polen bis zum Atlantik (außer Portugal und England). Ich stelle  lieber zweimal im Jahr, wo nötig, die Uhren um, als ein Zeit-Kuddelmuddel loszutreten.

Wolfgang Hertel, Konz

Ich plädiere dafür, die jetzige Sommerzeitregelung (also eine Stunde Differenz Sommer-Winter) beizubehalten. Das dürfte das Einfachste, Praktischste und Beste sein.

Edelburg Werner, Lehrerin, Ammeldingen