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Gesundheit: Tucholsky hat recht!

Gesundheit : Tucholsky hat recht!

Zur Berichterstattung über die Corona-Pandemie und das Krisen-Management der Politik schreiben Christine Dupre und Beate Bechtel:

Hocherfreut las ich am Oster-Wochenende auf der Titelseite des Volksfreunds: „Dreyer appelliert an die Bürger: Bleiben Sie an Ostern zu Hause ... denn das Virus ist gefährlich!“

Etwas perplex fragte ich mich, ob sie heimlich vom Baum der Erkenntnis genascht hat, doch auf Seite drei derselben Ausgabe wieder das Übliche: Trier als Modellstadt mit Lockern, Öffnen- unabhängig vom Inzidenzwert über 50. Den Inzidenzwert darf man sowieso nicht so ernst nehmen, sonst wäre 50 ja nicht das neue 35; man sollte zum Beispiel auch die Anzahl der verfügbaren Intensivbetten mit einrechnen und noch weitere genauso sinnvolle Parameter einbeziehen.

Wie zynisch und menschenverachtend ist das denn!?

Oberste Priorität sollte doch wohl sein, Ansteckungen zu vermeiden, was konform geht mit Artikel 2 des Grundgesetzes und dem darin konstituierten Recht auf körperliche Unversehrtheit. Das erscheint mir durch dieses praktizierte Corona-Roulette mehr als in Frage gestellt, und die Verantwortlichen mögen bitte zur gefälligen Kenntnis nehmen, dass ich nicht ihre Laborratte bin.

Und alles nur, weil Kurt Tucholsky recht hatte: Politik in diesem Lande ist die Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen mit Hilfe der Gesetze!

Christine Dupre, Trier

Zum Leserbrief von Horst Schorle unter der Überschrift „Sorry, das muss schneller gehen!“ (TV vom 3./4./5. April):

Ohne Zweifel ist das ein entscheidender Vorteil in der Impfstrategie im Vergleich zu Deutschland oder der EU. Die USA gehen sogar so weit, dass sie bereits millionenfach produzierte Impfdosen von Astrazeneca auf Halde liegen haben, ein Impfstoff, der im Land selber noch gar nicht zugelassen ist. Bitten von Mexico, diesen für den Nachbar zu exportieren, wurden abgeschlagen, und der Immunologe Antony Fauci, Berater von Präsident Biden, verkündigte jüngst, dass dieser Impfstoff wahrscheinlich gar nicht mehr gebraucht würde.

Ich stimme mit Herrn Schorle überein, dass so ein Gebaren kein Vorbild für uns sein sollte. Die Pandemie ist erst vorüber, wenn alle Länder Impfstoff haben, Egoismus made in USA oder auch Großbritannien wird der Welt nicht weiterhelfen.

Beate Bechtel, Trier