Überwachung

Zum Bericht "Stadt will Raser künftig selber blitzen" (TV vom 31. August):

Gestern die Einführung der Blackbox in Autos, heute Starenkästen, mehr kommunale Verkehrsüberwachung, morgen jährlicher Tüv, dann die Datenweitergabe der Meldebehörden an Dritte und und und. Big Brother is watching you. Der Überwachungsstaat schlägt zu. Überall werden Daten erhoben, gespeichert, mal offiziell, mal weniger offiziell. Mal staatlich legitimiert, mal betrieblich organisiert. Mal nachvollziehbar und transparent, oft aber so, dass wir es nicht merken. Es werden Bewegungsprofile, Einkaufs-, Kommunikationsverhalten, Urlaubs- und Freizeitverhalten, Bankbewegungen und vieles mehr analysiert und für alles Mögliche genutzt, meist, ohne dass wir es ahnen, dass wir es wollen, dass es uns persönlich nützt. Alles unter dem Vorwand und Totschlagargument "mehr Sicherheit". Wer\'s glaubt … Das "Mehr an Sicherheit" muss für alles Mögliche in allen Lebensbereichen herhalten und wird uns irgendwann ersticken, seit dem 11. September 2001 mehr denn je. Es geht meines Erachtens nur um die möglichst lückenlose Überwachung der Bürger durch den Staat und kommerzielle Interessen und, wie sollte es anders sein, um unser Bestes, unsere Kohle. Alles andere ist vorgeschoben. Ich weiß, dass der, der gesetzestreu ist und nie etwas falsch macht, nichts zu befürchten hat. Das habe ich auch nicht. So weit die Theorie. Ich bin trotzdem nicht bereit, immer mehr Überwachung und Kontrolle, letztlich Zwang und Bevormundung, hinzunehmen, möchte ein freier Mensch sein und selbst entscheiden und verantworten dürfen und nicht nur aufs Bezahlen und Funktionieren beschränkt sein. Unsere Freiheiten und unsere Selbstbestimmung gehen in Deutschland und Europa immer mehr verloren. Aber dafür werden wir irgendwann absolut sicher sein. Gerd Krewer, Longuich

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