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Gesellschaft: Übler Beigeschmack

Gesellschaft : Übler Beigeschmack

Zur Berichterstattung über Migration und Flüchtlinge schreibt Karl-Heinz Keiser:

Der Hebel zur Bekämpfung der Flüchtlingskrise muss an anderen Enden angesetzt werden. In vielen Ländern mit reichen Bodenschätzen leben die ärmsten Menschen dieser Welt. Die Staatschefs dieser Länder und ihre engsten Verbündeten werden von den Oberen aus Politik und Wirtschaft der Industrienationen hofiert. Dabei versickern durch Korruption wichtige Mittel in dubiosen Kanälen, was dazu führt, dass die Menschen im Land vom Reichtum ihrer Bodenschätze nichts abbekommen.

Wenn zudem bekannt wird, dass die Ehefrau eines dieser Staatschefs in einem Londoner Nobel-Kaufhaus Einkauf-Rekorde bricht, bekommen die Bettelbriefe der gut gemeinten Organisationen mit Fotos halb verhungerter Kleinkinder einen üblen Beigeschmack. Die Staatschefs der sogenannten armen Ländern mit ihren Verbündeten in den Industrienationen könnten das ändern. Sie werden es nicht tun – denn wie es zurzeit läuft, ist es ihnen gut genug. Die armen Menschen sehen in ihren Ländern keine Zukunft und werden sich weiterhin auf lebensgefährlichen Routen eine neue Heimat suchen. Diese Menschenmasse bei uns aufzunehmen und auf Dauer mit unserem Sozialsystem versorgen, das schaffen wir nicht.

Karl-Heinz Keiser, Thomm