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Gesundheit: Und wie wäre es mit ...

Gesundheit : Und wie wäre es mit ...

Zur Berichterstattung über das grassierende Coronavirus und die Folgen schreiben Stefan Küßner und Jörg Wiesenfeldt:

Um es vorweg zu sagen: Ich bin durchaus dafür, Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zu ergreifen, und möchte diese Fokussierung auf Probleme auch auf andere Bereiche ausgeweitet sehen.

Mein Beispiel: Verkehrstote in den ersten zwei Monaten 2020 in Deutschland circa 400 (geschätzter Durchschnittswert basierend auf Vorjahreswerten). Tote durch Covid-19 im gleichen Zeitraum: null.

Jetzt werden Züge angehalten, Schulen geschlossen, Menschen unter Quarantäne gestellt, Krisenstäbe gebildet, und das alles mit hohem Kostenaufwand.

Trotzdem ist es immer noch erlaubt, in Deutschland unter Drogeneinfluss (Alkohol) Auto zu fahren, und die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen wurde wieder einmal abgeschmettert.

Diese Maßnahmen würden im Übrigen genau null Euro kosten.

Stefan Küßner, Bollendorf

SARS-CoV-2 hat das Rheinland erreicht. Es könnte in unsere Notaufnahmen gelangen, und möglicherweise wird es nicht gelingen, jeden Kontakt- und Verdachtsfall unter Quarantäne zu halten.

Ein schwer einzuschätzender Transmissions-Faktor ist Zigarettenrauch. Es ist bekannt, dass bakterielle Hirnhaut-Entzündungen in Raucher-Haushalten häufiger auftreten, und dass Pneumokokken und Influenza bei Rauchern – und wohl auch Passivrauchern! – häufiger „zuschlagen“.

Der hohe Anteil tabak­abhängiger Männer in China ist eventuell einer der Gründe, warum die Infektion dort bei Männern besonders leicht übertragen wird, vielleicht auch, warum sie bei diesen so rasch tödlich verläuft.

Der zugrundeliegende Mechanismus ist offensichtlich: Rußpartikel sind quasi „Taxis“, die den Erregern einen raschen „Lift“ in die Lungenbläschen hinein und wieder heraus zum Nulltarif anbieten.

Es wäre daher jetzt auch ein Gebot des Gesundheitsschutzes, das an sich Selbstverständliche zu tun: Rauchen auf Bahnsteigen, an Bushaltestellen und vor Krankenhaustüren sollte tabu sein, jetzt sowieso.

Jörg Wiesenfeldt, Arzt für Neurologie, Trier