Unerträglicher Stil

Man kann sicherlich über das Fehlverhalten von Peter Rauen im Straßenverkehr (soweit es hierzu rechtskräftige Entscheidungen gibt) nicht streiten. Auch nicht darüber, dass ihm insoweit möglicherweise nicht klar oder vielleicht auch egal ist, dass ihm als Mitglied des Bundestags eine Vorbildfunktion zukommt.

Ebenfalls nicht darüber, dass man mit rücksichtsloser Raserei Menschenleben gefährdet. Allerdings kann ich auch nicht nachvollziehen, dass einige Leserbriefschreiber ihm seine Rechtsverteidigung abschneiden wollen, nur weil er Politiker ist. Warum soll er sich nicht, wie jeder andere auch, gegen Bußgeldbescheide wehren dürfen? Es ist in unserem Rechtsstaat Aufgabe des Gerichts festzustellen, ob ein Tatvorwurf gerechtfertigt ist oder nicht. Man mag so manchem Verfasser zugute halten, dass er sich in der komplizierten Rechtsmaterie nicht auskennt und daher "juristische" Forderungen stellt, die so weit von der Rechtswirklichkeit entfernt sind wie die Erde vom Mond. Unerträglich finde ich aber den Stil mancher Briefe, die von Vorverurteilungen nur so strotzen, obwohl sicherlich keiner der Verfasser irgendwelche konkreten Informationen über den Vorfall selbst hat, geschweige denn diese beurteilen könnte. Einziger Zweck mancher Briefe scheint es zu sein, einem anderen zu schaden. Gerd Müller, Rechtsanwalt, Saarburg