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leserbriefe
Unnötig, schädlich, gefährlich

Zum Artikel „Fliegende Abschreckung“ und dem Pro und Kontra zum Thema (TV vom 6. September) schreibt Markus Pflüger:

Die Nato-Osterweiterung missachtet klar die mit Gorbatschow vereinbarte rote Linie – eine Voraussetzung für Deutschlands Wiedervereinigung. Statt endlich Entspannungspolitik und Abrüstung voranzubringen, trägt Spangdahlem direkt zum Säbelrasseln gegen Russland bei. Diese Drohgebärden sind aber keine sinnvolle oder konstruktive Kritik am autokratischen und neoliberalen Kurs Russlands, sondern verstärken nur die Spannungen. Wer ernsthaft Abrüstung in den Blick nehmen will, darf eben nicht mit militärischen Manövern und Stationierungen eine Drohkulisse aufbauen. So schafft man kein Vertrauen, sondern riskiert, dass der neue kalte Krieg in einen heißen, auch atomaren Krieg mit Büchels Atomwaffen eskaliert.

Jeden Tag leiden Mensch und Umwelt beispielsweise durch Lärm und Wasserverseuchung unter der Kriegsmaschinerie, die Milliarden verschlingt. Milliarden Euro und Dollar, die für echte Friedenspolitik fehlen. So braucht Deutschland keine von der Nato und den USA befohlene Aufrüstung, sondern zivile Strategien zur Friedenssicherung, die an den Ursachen von Kriegen und Flucht ansetzen – ein fairer Welthandel, eine gerechtere Verteilung des weltweiten Reichtums, soziale und ökologische Entwicklungs- und Klimaschutzprojekte.

Markus Pflüger, Trier