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Ihre Meinung
Unreflektiert wiedergegeben

Energie

Zum Artikel „Wenn die Energiekosten arm machen“ (TV vom 17. Juli) bekamen wir folgenden Leserbrief

Der Artikel macht mich sprachlos und wütend. Man glaubt, dem Redakteur Winfried Simon wurde der Text von der Lobby der großen fossil/atomaren Energieversorger diktiert, der unreflektiert wiedergegeben wurde. Eins vorweg: Die Bundesregierung hat sich zur emissionsfreien Energieerzeugung vertraglich verpflichtet. Besonders böswillig ist im Artikel der Verweis auf die Rentnerin, die die Stromrechnung nicht mehr zahlen kann. Genau wie die Anmerkung im (angeblichen) Info-Block:  Das ist kein Info-Block, das ist schlichte Panikmache. Hier werden Behauptungen in den Raum gestellt, die sich in keiner Weise durch Tatsachen belegen lassen. Tatsache ist vielmehr, dass der Strompreis für Haushalte und Mittelstand von 1970 bis 2016 ständig gestiegen ist. Von 1970 bis 2000, in der Zeit vor der Energiewende, um jährlich etwa drei Prozent. Seit Beginn der Energiewende im Jahr 2000 ist der Strompreis tatsächlich schneller gestiegen auf jährlich circa vier Prozent. Hinter der erhöhten Strompreissteigerung steckt eine hinterlistige Wahrheit. Denn es lassen sich immer mehr Großverbraucher von den EEG-Umlagen befreien, die dann von den Haushalten (also von oben genannter Rentnerin) und dem Mittelstand bezahlt werden müssen. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass „Strom aus Sonne und Wind unschlagbar billig“ geworden sei. Das sehen auch viele Unternehmen so, die trotz Trumps Ausstieg aus dem Klimaabkommen weiter in Wind- und Solarparks in den USA investieren – während Deutschland bei Investitionen in eine zukunftssichere Energieversorgun weiter abgehängt wird. Und dieser Artikel trägt dazu bei, dass sich Deutschland weiter abhängen lässt. 

Rainer van den Bosch, technischer Vorstand Energiewende Hunsrück-Mosel