Leserbrief : Unrühmliches Austeilen

Landrats-Interview

 Zum Interview mit dem scheidenden Heinz-Peter Thiel (TV vom 16. Februar) schreiben Wim und Eva-Maria Grimbergen aus Birresborn: 

Statt Sichtweisen der Leser positiv zu leiten, Zukunftsperspektive mit zuversichtlichen Ansichten zu eröffnen, der Wahlgewinnerin wenn schon nicht mit einem Mindestmaß an Herzlichkeit und Respekt, so wenigstens neutral-konstruktiv gegenüber zu stehen, schmieren TV und Landrat  einem derart Übles auf’s Frühstücksbrot, indem sie sich wieder mal mit Nachkarten befassen und einen überfrachten mit haltlosen und unsachlichen Zweifeln am Wähler-Verstand.

Ist so viel Mutmaßung und Annahme im Kopf, besteht die Gefahr, dass für Wissen kein Platz mehr im selbigen ist. Daher sagen wir  mit bestem Wissen und Gewissen -, dass man gesichert davon ausgehen kann, dass das Land des scheidenden Landrats sehr wohl von scharfsinnigen, gut informierten, offenen und problembewussten Mitmenschen geliebt und demnach belebt wird.

Und wir sagen auch, dass keinem das Recht zusteht — auch nicht dem scheidenden Landrat —, in zigfach aufzulesender Art und Weise derart in Schubladen zu stecken und abzuqualifizieren. Menschlich oder gar einfühlsam emotional, wie er sich gern darstellt, ist  er nicht. So etwas geht anders.

In diesem Zusammenhang dürfte auch die Fokussierung auf den Aspekt „angemessen verabschieden“ gelegt werden müssen. Es ist unsäglich, dass der Landrat angesichts des tragischen Leids in vielen Familien und dem Wissen, dass Menschen quasi allein sterben und beerdigt werden und stützende Interventionen in den Familien kaum stattfinden dürfen, über eine „angemessene“ (?) Verabschiedung in nächster Zeit nachdenkt. Hier wäre ein äußerst zurücknehmendes Handeln mehr als angezeigt.

Das hätte deutlich zum Ausdruck gebracht werden müssen, Herr scheidender Landrat! Oder dürfen wir dazu nochmal eine Seite auflesen?

Ihr berufliches Engagement in den acht Jahren wollen wir nicht hinterfragen, aber: Dafür wurden Sie gut entlohnt, es war Ihre Pflicht, Leistung zu erbringen — so wie für viele Mitbürger im Land, jeder Tag für Tag im Rahmen seiner Fähig- und Möglichkeiten.

Ihr unrühmliches Austeilen, nur weil etwas in die Hose gegangen ist, ist mies. Größe offenbart sich anders.