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Leserbriefe
Unsere Herzen schmerzen

Zu den Artikeln „Fliegende Kaninchen und gefolterte Pferde“ „Cowview statt Cowboy“ und „Verbraucherorganisation für mehr Tierschutz in Ställen“ (TV vom 26. März) diese Meinungen von Mirabella Müller und Brigitte Wedler:

Drei verschiedene Artikel mit drei verschiedenen Schwerpunkten: Einer über die Schändung von Tieren, der nächste über die fortschreitende Digitalisierung in der Landwirtschaft und der kürzeste über die Forderung von besseren Vorgaben und Kennzeichnungen in der Tierhaltung.

Gemeinsam haben sie aber alle eine Aussage: Tiere sind zu schützen, zu respektieren und zu schätzen. Der Landwirt Christian Vedder wie auch Jutta Weiß vom Bundesverband der deutschen Milchviehhalter betonen den persönlichen Kontakt und die persönliche Pflege zu den Tieren trotz Technik („Cowview statt Cowboy“). In irgendeiner Weise profitiert jeder von Tieren. Sei es in der Konsumwelt (Fleisch, Leder, Milch et cetera), in der Natur, als Nutztier und/oder als Familienmitglied (Haustier). Für manche sichert das Tier sogar die Existenz (Landwirt, Tierarzt). Jeder sollte sich dessen bewusst sein und auch der Tatsache, dass Tiere immer noch Lebewesen sind.

Sicher denken und fühlen sie anders als wir Menschen, aber sie tun es! Oft genug sind Tiere die Spiegel unserer eigene Seelenwelt. Ich beobachte dies jeden Tag an meinem Hund: Er reagiert auf meine Launen wie kein anderer und ist der Erste, der sich mit mir freut wie auch mit mir trauert oder  mich tröstet. Nahezu jeder, der mit Tieren zu tun hat, wird das bestätigen können.

Zudem haben Tiere die Fähigkeit, uns zu begeistern und uns zu bezaubern. Wie oft staunen wir denn nicht über die Einzigartigkeit und Vielfalt der Tierwelt? Unzählige Male hat mich mein Hund schon zum Lachen gebracht, und vielen anderen wird es ähnlich ergehen. Deshalb habe ich zum Schluss  zwei Appelle:

1. Jedes (Haus-)Tier bedeutet mindestens einer Person eine ganze Menge. Seine Gefühle an diesem auszulassen, löst die eigenen Probleme nicht und ist eine Gewalttat an dem Tier wie auch an dem liebenden Besitzer. Wendest du Gewalt an, aus welchen Gründen auch immer, so bitte ich dich, lass es bleiben und hole dir gegebenenfalls Hilfe. Solltest du aber jemand sein, der solches beobachtet, so melde es bitte und schau nicht einfach weg.

2. Jeder, der sein Tier liebt, sollte einmal kurz innehalten, und das ihm/ihr zuteil werdende Glück genießen.

Mirabella Müller, Traben-Trarbach

Was bringt einen Menschen dazu, Tiere zu quälen ? Menschen, die Tiere quälen, streben nach Überlegenheit und Macht. Sie leben häufig Gewaltfantasien aus. Zunächst werden Kleintiere wie Meerschweinchen, Hühner, Katzen und Hunde gequält, später Schafe, Kühe oder Pferde. Giftköder werden ausgelegt, Tiere werden erstochen, erschlagen und oft auf unvorstellbare brutale Art und Weise misshandelt. Den Tätern mangelt es an Empathie, die sich normalerweise hemmend auf aggressive Gedanken und Gefühle auswirkt. Tiere sind wehrloser und besser zu erreichen als Menschen, doch der Schritt zum Menschen ist nach Erfolg nicht mehr groß. Wer Morde an Menschen aufklärt, sollte auch prinzipiell fähig sein, gegen Tiermörder zu ermitteln. Fast immer geht Gewalt gegen Tiere der Gewalt gegen Menschen voraus oder läuft auch parallel. Milde Strafen sind leider an der Tagesordnung, solange sich die Täter nicht an Menschen wagen. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass sich die Täter mit Tierquälerei auf Menschenquälerei vorbereiten. Es ist wichtig, dass Gerichte gegen Tierquäler angemessene Strafen verhängen, wofür wir uns im Tierschutz sehr einsetzen. Wir erleben es täglich im In- und Ausland, wie brutal Tiere gequält und getötet werden. Bilder und Berichte beweisen es. Wir retten die Tiere, wenn es noch möglich ist, oft gibt es liebe Spender, die die Tierarztkosten übernehmen, oder wir spenden gemeinsam. Dabei sind wir großen psychischen Belastungen ausgesetzt. Unsere Herzen schmerzen angesichts von so viel Brutalität. Mit anderen Tierschützern, die „an der Front arbeiten, bieten wir unsere Hilfe an.

Brigitte Wedler, Gusterath