Ausbildung: Unsinnige Forderungen vom DGB

Ausbildung : Unsinnige Forderungen vom DGB

Zu unserem Bericht „DGB will Arbeitsbedingungen für Azubis verbessern“ (TV vom 10. Dezember):

Zu Absatz 1: Die Ausbildungsqualität hängt nicht nur vom Betrieb, sondern vor allem von der „Mitarbeit“ des Lehrlings ab. Wenn dieser in den drei oder dreieinhalb Jahren nicht das aufnimmt, was ihm der Ausbilder (egal ob Meister oder Geselle) beibringen möchte, ist alle Mühe umsonst. Von den sogenannten „drei Jahren“ Ausbildung sind die Lehrlinge, abzüglich der (!)  Samstage und  Sonntage, der (!) Feiertage, der (!) Urlaubstage, der (!) Krankheitstage, der (!) Überbetrieblichen Ausbildung in den staatlichen Schulen insgesamt lediglich 177 Tage im Jahr (= 531 Tage innerhalb der drei Jahre) im Betrieb anwesend (wenn es gut läuft).

Soll heißen: Während dieser Zeit m u s s der Lehrling alles lernen, um als Geselle zu bestehen. Dazu gehört natürlich die unbedingte Mitarbeit des Lehrlings, und die fehlt sehr oft. Den Betrieben, so wie im Artikel, die Schuld an der Qualität zu geben, ist an den Haaren herbeigezogen. Hier liegt der DGB total daneben.

Zu Absatz 2: Die Arbeitsbedingungen sind klar formuliert: Nur wer wirklich Interesse hat, wird auch was lernen. Ein Kunde wird schlechte Arbeit nie tolerieren. Nicht im Handwerk und nicht in anderen Dienstleistungsbetrieben.

Zu Absatz 3: Was der Vorsitzende vom DGB, Herr Muscheid, so von sich gibt, zeugt von totaler Unkenntnis. Jeder Betrieb wird sich schon im eigenen Interesse Mühe geben, praxisnah und den Erfordernissen der Architekten, Kunden und dem neuesten Stand der Technik entsprechend Wissen und Können zu vermitteln. Etwas anderes wäre schon für den eigenen Betrieb tödlich.

Zu Absatz 4: Überstunden sind schon allein wegen der fehlenden Arbeitskräfte nötig, da stets ein Zeitdruck vorhanden ist (Kosten, Termin, Auftragsdruck und Vorgaben etc.) Ein Handwerksbetrieb ist kein „Selbstbedienungsladen“, wo die Kunden, ähnlich wie nun in jedem Einkaufsladen, sich „selbst bedienen und nur noch an der Kasse bezahlen. Hier muss noch was „mit der Hand“ gefertigt werden, und das erfordert eben Geschick, Zeit und Kreativität.

Zu Absatz 5: Erreichbarkeit „nach Feierabend“, was soll denn das? Heutzutage ist es an der Tagesordnung, immer und stets erreichbar zu sein, ist so gewollt. Und wenn nun ein Lehrling oder Geselle mal wirklich einen Anruf vom Betrieb bekommen sollte, warum auch immer, ist das eine Diskussion wert? Es sind dann sicherlich wichtige Fragen. Wir sind es gewohnt und verlangen auch, dass sehr viele Anbieter rund um die Uhr erreichbar sind. Beschwert sich vielleicht ein Handybesitzer, wenn er ständig „angeklingelt“ wird? Nein, viele warten schon süchtig auf den nächsten Klingelton. Bei der Forderung dieser „Nichterreichbarkeit“ von Frau Leurs vom DGB kann man nur den Kopf schütteln.

Zu Absatz 6: Die Betreuung der Lehrlinge ist keinesfalls anders oder schlechter als in einem Altenheim, Krankenhaus, städtischen Amt, Verkaufsladen oder sonstwo. Der Betrieb würde sich ja selbst ein Ei ins Nest legen, würde er diese „Betreuung“ vernachlässigen. Es gehört eben auch Mitdenken, selbstständiges Handeln, Nachfragen, kurz: Mitarbeit dazu. Frau Leurs hat sicherlich noch keinen wirklichen Handwerksbetrieb von innen gesehen, denn so kann nur ein Schreibtischtäter beurteilen.

Absatz 7: Nur die besten Bewerber einzustellen ist doch sicherlich das Normalste aller Betriebe – und dazu gehören selbst die Banken, Versicherungen, Universitäten etc. Nicht so die Gewerkschaften: Die nehmen alles, was ihre Linie vertritt –  nämlich Forderungen zu stellen, für die sie selbst keinen Pfennig bezahlen müssen. Siehe die derzeitigen überhöhten Forderungen bei der Bahn (DB). Da ist dem DGB völlig egal, wenn Millionen von Fahrgästen „auf der Strecke bleiben“. Der wirtschaftliche Schaden am Volkseigentum ist unwiederbringlich verloren. Solchen Leuten sollte das Handwerk gelegt werden.