1. Meinung
  2. Leserbriefe

Unvernünftig und starrsinnig

Unvernünftig und starrsinnig

Zum Artikel "B 50 neu: Europas teuerste Sackgasse" (TV vom 24. November):

Nun ist das eingetroffen, wovor Naturschützer und Gegner der B 50 neu seit mehr als zehn Jahren gewarnt haben: Das Geld ist ausgegangen beziehungsweise war nie da, und die B 50 neu wird als Sackgasse bei Platten enden.

Leider haben bei Politikern und Straßenplanern mal wieder Unvernunft und Starrsinn gesiegt. Die Vorgehensweise unserer Landesregierung gleicht einem Bauherren, der mit dem Hausbau beginnt, obwohl er nur Geld für die Bodenplatte hat. Dennoch wird der Garten samt seinen Bäumen gerodet, und übrig bleibt eine hässliche Bauruine.

Dieser Fall zeigt deutlich, dass mit dem derzeit praktizierten Planfeststellungsverfahren einiges nicht stimmt: Trotz mannigfacher Einwendungen wegen der unkalkulierbar hohen Kosten und wegen des unausgegorenen Maut-Modells wurde das Projekt genehmigt.

Die berechtigten Bedenken wurden mit dem Hinweis, Kosten und Finanzierung seien nicht Gegenstand des Genehmigungsverfahrens, beiseite gewischt. Bei zukünftigen Verfahren ähnlicher Dimension im Millionen- oder gar Milliarden-Bereich müsste unbedingt vorab der Rechnungshof beteiligt werden.

Der hätte das Projekt B 50 neu und Hochmoselübergang mit Sicherheit nicht zugelassen, und viel Naturzerstörung und Verpulverung von Steuergeldern wäre verhindert worden.

Leider kann man die verantwortlichen Politiker nicht zur Rechenschaft ziehen oder gar zur Kasse bitten. Sie sollten aber wenigstens jetzt schweigen und nicht, wie der Genosse Karl Diller, noch mehr Naturzerstörung fordern, um die "Salami-Taktik" munter fortzusetzen.

Stattdessen sollten die verfügbaren Steuergelder in Erhalt und Sanierung der vorhandenen Straßen und in den Bau von Ortsumgehungen investiert werden.

Die verbliebenen Befürworter der B 50 neu sollten auch überlegen, ob sie wirklich irgendwann einmal dafür verantwortlich gemacht werden wollen, dass das Moseltal den Titel "Weltkulturerbe" nicht verliehen bekommt.

Dr. Hans-Jürgen Belitz, Traben-Trarbach

strassenbau