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Gesellschaft: Unverzeihlich

Gesellschaft : Unverzeihlich

Zur Berichterstattung über den Frauentag, insbesondere zur Doppelseite „Sie waren die Ersten“ (TV vom 6. März) schreibt Beate Märtin:

Ganz sicher lässt es sich darüber streiten, welche Frauen, wie Sie so schön schreiben, „die Ersten“ waren, schon gar, wenn man nur eine Doppelseite für dieses Thema zur Verfügung hat oder zur Verfügung stellen möchte. Ich möchte weder die aufgelisteten Frauen diskreditieren noch gar eine Listung vornehmen.

Sicher haben Sie auch eine bunte Zusammenstellung geschafft. Allein, die wahren Vorkämpferinnen haben Sie gekonnt umschifft. Ich denke dabei zum Beispiel an George Sand, Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst und andere aus den ersten Stunden. Diese zeichnen sich vor allem durch einen erheblich größeren und oftmals auch riskanteren Kampf aus, als sämtliche der Damen, die Ihnen eingefallen sind.

Was ich aber wirklich unverzeihlich finde ist, dass Sie keine der „Mütter“ des Grundgesetzes, allen voran Elisabeth Selbert, aber auch Friederike Nadig, Helene Weber und Helene Wessel für erwähnenswert gehalten haben. Warum? Alle vier Genannten hatten bewegte Leben und führten konsequent und zielstrebig ihren Kampf, dem wir es nicht zuletzt auch zu verdanken haben, dass die Gleichstellung der Frau im heutigen Deutschland geltendes Recht, wenngleich leider noch immer nicht durchgängig „verinnerlichtes“ Recht ist. Schade!

Beate Märtin, Trier