Verbraucher

Zum Artikel "Viel Geld für überflüssige Policen" (TV vom 24. Februar) und zum Schwerpunktthema "Versicherungen":

Regelmäßig erscheinen im Volksfreund Artikel zum Thema Versicherungen. Darin wird zumeist über den Nutzen und die Sinnhaftigkeit verschiedener Absicherungen Stellung bezogen. Im besagten Beitrag werden zum wiederholten Male Aussagen getroffen, die teilweise ein falsches Bild widerspiegeln. Nicht jede Versicherung passt zu jedem Haushalt oder zu jeder Person. Auch gibt es Policen, die sicherlich als weniger sinnvoll eingeordnet werden können. So weit, so gut. Als nicht besonders verbraucherfreundlich darf man jedoch manche Pauschalisierungen betrachten. Beispielhaft möchte ich hier auf die Textstelle Bezug nehmen, in der Krankentagegeldversicherungen als "Luxusversicherung" bezeichnet werden. Für Selbstständige oder Angestellte, die privat krankenversichert sind, ist die Tagegeldabsicherung so ziemlich die einzige Möglichkeit, ihr Einkommen abzusichern. Aber auch für gesetzlich Versicherte kann es, je nach Lebenssituation, eine sinnvolle Ergänzung sein. Nach Ablauf der Lohnfortzahlung (in der Regel sechs Wochen) erhält der Versicherte ein Krankengeld von der Krankenkasse, welches jedoch deutlich geringer ausfällt als das letzte Gehalt. Wenn finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen sind, kann dies für den Betreffenden sehr unangenehm werden. Der Begriff "Luxusversicherung" ist an dieser Stelle sicher fehl am Platz. Ebenso wird das Thema Unfallversicherung etwas missverständlich dargestellt. Eine spezielle Insassenunfallversicherung (zumeist wenig sinnvoll) kann nicht mit einer anderen Unfallversicherung in einen Topf geworfen werden. Es wird der Eindruck erweckt, dass für Unfallversicherungen generell "häufig überhaupt kein Bedarf" (Zitat) besteht. Jeder sollte diese Themen vorzugsweise mit einem Versicherungsspezialisten besprechen beziehungsweise sich an den Vermittler seines Vertrauens wenden und sich nicht zu sehr von anderen Meinungen beeinflussen lassen. Abschließend stellt sich mir die Frage: Wer schützt den Verbraucher eigentlich vor der Verbraucherzentrale? Achim Wenzel, Mettendorf