Verkehr

Zur Meinung "Die Zukunft liegt woanders - Grüne wollen Benziner und Diesel verbannen" (TV vom 30. September):

Die Grünen wollen ab 2030 keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zulassen. Herr Strauss vertritt die Meinung, dass der Durchbruch der E-Mobilität bei der Industrie, nicht aber bei der Politik liegt. Nichtsdestotrotz sollte man die Macht des Staates auf industrielle Entwicklungen auf keinen Fall unterschätzen. Gleichermaßen darf man die Argumente seitens der Industrie nicht für bare Münze nehmen, denn sie basieren fast immer auf zu erwartenden Maximalgewinnen und nicht auf maximaler Weitsicht. Ich bin Wahl-Trierer, komme aus Kalifornien und kann mich gut an zwei Fälle erinnern, wo der Bundesstaat Kalifornien zwei verschiedenen Industrien Deadlines ähnlich der Forderungen der Grünen gesetzt hat: Mitte der 70er Jahre ging es um umweltunfreundliche Getränkedosen und um Automobilabgase. Beide Male hat die betroffene Industrie aufgeschrien. Kalifornien blieb hart, und nicht eine Dose Bier oder ein Auto musste damals vom Markt genommen werden, weil die Industrie zum Stichtag neue Technologien entwickelt hatte, unter anderem den Automobilabgaskatalysator. Dieses beweist, dass starker Druck auf die Industrie zum Umdenken und zu innovativen Ergebnissen führt. Zu behaupten, dass aus Gründen der momentanen Situation irgendwelche Entwicklungen innerhalb der nächsten 14 Jahre unwahrscheinlich sind, ist einfach falsch und verhindert möglicherweise bahnbrechende Innovationen. Les Valine, Trier