Verkehr

Zum Artikel "Landesregierung will Geisterfahrer mit Warnschildern stoppen" (TV 22. vom November):

Die Feststellung des Herrn Peters, dass Unfälle, verursacht durch Geisterfahrer, nicht ganz zu vermeiden sind, man aber mehr tun müsste, um sie zu verhindern oder rechtzeitig davor zu warnen, ist voll zutreffend. Auch die häufigsten Ursachen wie Stress, Ablenkung, Alkohol, Drogen oder irritierende Verkehrsführung sind bekannt. Ernsthafte, flächendeckende Maßnahmen sind seitens des Gesetzgebers nicht erfolgt. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Justiz dieses Themas umfassend annimmt. Unsere Verkehrszeichen bewegen sich, bezogen auf ihre Art, auf dem Stand von 1927, als man die "Warnungstafeln" durch Verkehrszeichen ersetzte. Von dem Zeitalter der Elektronik haben nur Kraftfahrzeuge, Mauterfassungs- und Verkehrsleitsysteme profitiert, nicht aber Verkehrszeichen! Sollte es nach dem Willen des Bundesministers für Verkehr und dem rheinland-pfälzischen Verkehrsminister gehen, bleiben die Verkehrszeichen statisch, werden größer und unübersichtlicher oder unverständlicher. Sie sind aufgrund ihrer Häufigkeit vom gestressten, abgelenkten Kraftfahrer kaum noch zu registrieren. Verkehrszeichen der heutigen Zeit müssen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen! Hier ist die Werbung weiter! Weil bei der Vielzahl der Reklame der statisch vermittelte Werbeslogan nicht mehr ausreichend zu registrieren ist, wird er mit dynamisch aufleuchtenden Effekten bereichert, um Aufmerksamkeit zu wecken. Warum macht man sich diese Erkenntnis bei Gefahrstellen nicht auch zunutze? Zudem haben lichttechnische, pulsierende Effekte den Vorteil, dass sie auch bei Nebel, starkem Regen oder Schneefall zu sehen sind. Dass elektronische Anzeigetafeln Vorteile gegenüber den statischen Warntafeln haben, zeigen an Baustellen auf Autobahnen die lichtdynamischen Warntafeln zum Einfädeln an Fahrbahnverengungen. Bewegung verschafft Aufmerksamkeit. Es geht also, wenn man es will! Ein weiterer Schwachpunkt ist die Erfassung und Meldung bei Geisterfahrern. Warum muss man x verschiedene Ansprechstellen haben, bis die Meldung in den Verkehrsfunk ausgestrahlt wird? Warum nicht Onlinebetrieb? Die technischen Voraussetzungen sind gegeben; warum werden sie nicht genutzt? Liegt es vielleicht daran, dass man falsch beraten wird oder die zusätzliche Geldausgabe scheut, weil Blechschilder etwas billiger sind als einfache Elek tronik? Nicht die Kostenfrage, sondern die Effektivität sollte beim Schutz von Leib und Leben die Richtschnur sein. Dieter Kahl, Trier