Verkehr

Zum Artikel "Politiker der Großregion kämpfen für Ausbau der Moselschleusen" (TV vom 12. September) und zur Diskussion um die weitere Entwicklung der Wasserstraße diese Zuschriften:

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Kritiklosigkeit der TV die Forderung nach einem Ausbau der Moselschleusen unterstützt. Ich empfehle die Lektüre des Berichts der Moselkommission. Danach passieren im Schnitt 2000 Frachter im Jahr die Schleusen - Tendenz stark abnehmend. Das bedeutet, dass jede Stunde 0,2 Schiffe (1/5 Schiff also) die Schleusen passieren. Das sind jeden Tag schlappe fünf Schiffe. Meine häufigen Radtouren an der Mosel bestätigen mich in diesen Zahlen. Ich habe den Eindruck, dass die Befürworter lediglich ein gigantisches Arbeitsbeschaffungsprogramm auf den Weg bringen möchten. Stephan Behrendt, Köln-Mülheim Dienstag, 11. September, elf Uhr, Moselradweg zwischen Schleuse Trier und Konz-Karthaus: Vier große Schiffe parken vor/oberhalb der Staustufe. Ein wahrhaft seltenes Erlebnis. Des Pudels Kern: Provinzpolitiker organisieren an diesem Tag eine pressewirksame Schauveranstaltung zur Demonstration eines angeblichen Doppelschleusen-Bedarfs. Seit Jahren befahre ich den Moselradweg (etwa drei Mal die Woche). Dass regelmäßig Fracht-, gelegentlich Passagierschiffe die Mosel gemütlich rauf- oder runterfahren, ist unbestritten. Aber Schiffe in erkennbarer längerer Warteposition oberhalb oder unterhalb der Schleuse: klare Fehlanzeige. Von meinem Haus auf Roscheid habe ich einen guten Blick auf die Mosel. Von Stau keine Spur. Was die kolportierten Zahlen (1500 Tonnen pro Güterschiff, 3500 Tonnen pro Schubverband, 15 bis 18 Millionen Tonnen Frachtaufkommen - fahren die alle durch die Schleuse Trier?) betrifft, ist Vorsicht geboten. Die Daten haben, so dahingeworfen, keinerlei Aussagekraft. Die IHK-Feststellung von "… einer Kapazitätsauslastung der Mosel von 150 Prozent … bereits heute …" ist blanker Unsinn: Mehr als 100 Prozent passen nicht durch eine Schleuse. Wo bleiben die überschüssigen 50 Prozent? Dass Bundesverkehrsminister Ramsauer nicht gerade ein politisches Highlight ist, mag zutreffen. Aber hier hat er sicher die richtige Entscheidung getroffen. Schade nur, dass er nicht auch noch den Lavendelanbau im Konzer Tälchen gekippt hat. Von den 154 000 verschwendeten Euro steuert er immerhin 40 000 bei! Höchste Zeit ist es zum Sparen; packen wir es an! Wolfgang Hertel, Konz