verkehr

Zum Geisterfahrer-Unfall auf der A 1 (TV vom 13./14. Oktober):

Täglich muss mehrmals vor Falschfahrern gewarnt werden. Damit gehören Geisterfahrer leider zum Verkehrsalltag. Die meisten Geisterfahrten enden glücklicherweise nur mit einem Schrecken und nicht mit einem Crash. Die Ursachen, die diesem Verkehrsvergehen zugrunde liegen, sind hinreichend bekannt. Leider wurde die Ursachenbehebung bislang nicht angegangen, da den Verantwortlichen offensichtlich ein Konzept fehlt und zur Umsetzung das Geld angeblich nicht verfügbar ist. Unfälle mit tödlichem Ausgang wie auf der A 1 müssten bei dem heutigen Stand der Technik nicht mehr sein; sie sind vermeidbar. Hoffentlich hinterfragt die Staatsanwaltschaft mit dem in Auftrag gegebenen Gutachten auch, welche technischen Möglichkeiten zur Erhöhung der Verkehrssicherheit verfügbar und einsetzbar wären und warum von wem geblockt werden. Als Kraftfahrzeugsachverständiger stimme ich Herrn Schilberg voll zu, dass die Beschilderung an dieser Stelle vermutlich nicht deutlich genug ist. Diese Aussage gilt generell für deutsche Schnellstraßen, um ein Falschfahren erheblich zu erschweren. Bei der Fülle der Eindrücke, die heute ein Kraftfahrer in Sekundenschnelle zu verarbeiten hat, reichen Blechschilder nicht mehr aus. Der Schilderwald ist zu groß geworden! Die geringste Unaufmerksamkeit oder Stressbelastung kann üble Folgen haben und Menschenleben kosten, wie auf der A 1 geschehen. Die Kraftfahrzeuge sind technisch erheblich sicherer geworden, nur die Straßen werden unsicherer! Warum wird die elektronisch steuerbare Technik zur Verkehrsregelung und Mauterfassung nicht auch zur Erhöhung der Verkehrssicherung genutzt? Warum werden bei Abfahrten, wo ohnehin die Geschwindigkeit reduziert wird, nicht Schwellen auf der Fahrbahn verlegt, um Falschfahrer "wachzurütteln"? Warum werden kaum lichtdynamische Verkehrszeichen oder Warntafeln an Gefahrstellen aufgestellt, die durch ihr Aufleuchten die Aufmerksamkeit erregen? Was fehlt, um die Sicherheit zu erhöhen, ist vermutlich die politische Weitsicht und der politische Wille. Andere Länder haben längst reagiert. Dieter Kahl, Trier