Verrechnet

Zum Artikel "Der Gang zum Arzt um die Ecke gerät in Gefahr" (TV vom 1. Juli):

Bei Berichten über Krisen-Erscheinungen im Gesundheitswesen wird leider der Beitrag häufig unterdrückt, den professionelle Behandlungsverfahren jenseits der derzeitigen Medizin und Pharmazie leisten können. Gerade im Angehen von Schmerzerkrankungen und Störungen des Bewegungsapparats, bei Störungen des Stoffwechsels, chronischen Krankheiten bis hin zum Ausgleichen von Medikamenten-Nebenwirkungen kann die Naturheilkunde wertvolle Dienste leisten. Selbst sogenannte "austherapierte" Fälle finden hier mitunter Hilfe und manchmal sogar weitgehende Heilung.

Es trifft zu: Nur ein kleiner Teil der angebotenen Leistungen wird von Krankenkassen übernommen, und selbst die nicht von allen. Rechnet der Kassenpatient aber zusammen, was er für Arzt, Krankenhaus und Medikamente inzwischen aus eigener Tasche draufzahlt, wird er die Beratungs- und Behandlungsstunde sowie den Zeiteinsatz bei einem wissenschaftlich arbeitenden Heilpraktiker nicht mehr teuer finden.

Bei Erkrankungen, die nur teilweise in unser Spektrum fallen, suchen Heilpraktiker den Kontakt zu Fachärzten und begleiten den Patienten beratend. Sie beeinflussen niemanden, klären jedoch auf. Keiner der Patienten, die zu mir kamen, wusste beispielsweise genau, was mit dem Körper bei der Chemotherapie geschieht, wie notwendig Immun- und Ordnungstherapie begleitend sind, oder verstand die Krankenakte, die er zur Erklärung vorlegte.

Zeit ist wertvoll. Sie hat ihren Preis. Das ist überall so. Im kassenärztlichen Gesundheitsdienst wie in der Naturheilkunde.

Sigrid Otto, Heilpraktikerin, Trier

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