| 18:17 Uhr

leserbriefe
Verwirrend

Zur Berichterstattung über die Umfrage der Europäischen Union zur Zeitumstellung und zu den Konsequenzen schreibt Paul R. Woods:

Wenn sich fünf Millionen Menschen zur Zeitumstellung äußern und sie aus einer Grundgesamtheit von mehr als 500 Millionen stammen, dann sind die Auswertungen weder vollständig zu verwerfen noch sind sie repräsentativ.

Für eine repräsentative Stichprobe ist der Umfang der Grundgesamtheit bedeutungslos.

Es muss lediglich gewährleistet sein, dass jede Einheit der Grundgesamtheit die gleiche Chance hat, in die Stichprobe aufgenommen zu werden.

Als Beispiel möge eine Befragung von Autofahrern in Deutschland und in Luxemburg dienen. Die Stichproben haben denselben Umfang, maßgebend ist lediglich die statistische Gewissheit, dass bei einer Wiederholung der Datenerhebung ein ähnliches Ergebnis produziert wird. Diese Gewissheit wird durch den Begriff Konfidenzintervall (auch Vertrauensintervall) erfasst.

Die Befragung der Europäischen Union erfüllt keine Kriterien für eine repräsentative Umfrage, denn

... erstens konnten nur Personen teilnehmen, die Internetzugang haben und die sich durch die EU-Website quälten;

... zweitens haben überwiegend Personen aus einem EU-Mitgliedsland, nämlich Deutschland, teilgenommen, wo es eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema gibt (und in diesem Umfang kaum woanders, zumindest im niederländischen und englischen Sprachraum nicht);

... drittens mit „Winterzeit“ ein neuer verwirrender Begriff eingeführt wurde, ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es sich um die Zeit handelt, die vor der Einführung der „Sommerzeit“ galt. Das wäre im Falle Deutschlands die MEZ (Mitteleuropäische Zeit).

Paul R. Woods, Neumagen-Dhron