Politik : Völlig absurd

Zur Berichterstattung über den Amtswechsel in den USA schreiben Norbert Gehlen und Marian Modemann:

Zum Kommentar „Biden sollte Gang zurückschalten“ (TV vom 22. Januar):

Friedemann Diederichs versucht einmal mehr, das unsägliche Verhalten von Donald Trump zu relativieren. Zur Erinnerung: Trump hat im Laufe seiner Amtszeit zahlreiche hochrangige und für das Land sicherheitsrelevante Personen gefeuert: Außenminister, Sicherheitsberater, FBI-Chef – von ihm selbst eingestellte Vertraute, die es wagten, ihrem Herrn zu widersprechen.

Dass nun Präsident Biden einige von Trump eingesetzte Beamte durch Personen seines Vertrauens ersetzt, ist nicht verwerflich und auch in demokratischen Staaten ein normaler Vorgang bei jedem Regierungswechsel. Ob das im Einzelfall sachlich oder moralisch gerechtfertigt ist, sei dahingestellt. Nun kritisiert Herr Diederichs auch die Entlassung des Chef-Butlers im Weißen Haus. Ich finde es absolut nachvollziehbar, dass der neue Präsident in seinem unmittelbaren – auch privaten – Umfeld von Menschen umgeben sein möchte, die er selbst ausgewählt hat – und zwar unabhängig von sachlichen Gründen.

„Der arme Mann“ hatte sich (laut Kommentar) „nichts anderes zuschulden kommen lassen, als früher einmal in einem Trump-Hotel gearbeitet zu haben“. Woher will Herr Diederichs das wissen? Jedenfalls entzieht es sich meiner Kenntnis, ob der Mann wirklich arm ist und ob ihm irgendein Fehlverhalten vorzuwerfen ist.

Ich bezweifele auch sehr, dass sich „ultralinke Agitatoren“ für den Butler im Weißen Haus interessieren. Völlig absurd ist die Erinnerung an „eine düstere Zeit“ und der Vergleich mit politischen Säuberungsaktionen des ehemaligen FBI-Chefs Hoover, dessen Machenschaften eher zu den Methoden der Stasi als zu Joe Biden passen.

Norbert Gehlen, Thomm

Zum Kommentar „Politisches Scheingefecht“ (TV vom 27. Januar):

Ein interessanter Kommentar. Besonders die Meinung, die Friedemann Diederichs vertritt. Einen Menschen wie Donald Trump in Zukunft darin etwas einzuschränken, Hass und Hetze zu verbreiten, indem man ihn von politischen Ämtern zukünftig ausschlieβt, führt nur zur Spaltung der amerikanischen Nation. Es gibt Besseres, Dringenderes zu tun. Über diesen Menschen und seine Lügen soll nicht mehr gesprochen werden. Hat er nicht jahrelang Hass gepredigt, gehetzt, die Nation gespalten? Das „Impeachment“ ist in den USA verfassungsmäß. Laut Friedemann Diederichs: Schweigen darüber. Sonst spaltet man die Nation. Fehlt noch, dass Trump doch nur Opfer ist.

Marian Modemann, Trier