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Landwirtschaft: Völlig überzogen

Landwirtschaft : Völlig überzogen

Zur Berichterstattung über die Agrarpolitik in Deutschland und der Europäischen Union schreibt Edmund Klaes:

Was ist das Ziel einer landwirtschaftlichen Förderpolitik? Das Ziel einer landwirtschaftlichen Förderpolitik ist es, den Bauernfamilien ein ausreichendes Einkommen zu ermöglichen. Sie sollte nicht dazu dienen, den Bauern große Reichtümer zu bescheren.

In den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts konnte man beispielsweise mit 20 Milchkühen und 20 Zuchtsauen oder 60 Zuchtsauen und 1200 Mastschweinen pro Jahr und 40 bis 50 Hektar Betriebsfläche ein gutes Einkommen erwirtschaften. Das ist heute mit diesen Betriebsgrößen nicht mehr möglich.

Heute kann man mit 80 bis 100 Milchkühen und Nachzucht oder 100 Zuchtsauen und 2000 Mastschweinen oder 3000 bis 4000 Hühnern und 80 bis 100 Hektar Betriebsfläche bei guter Betriebsführung ein ausreichendes Einkommen erwirtschaften!

Damit wäre das Ziel der Förderung, ein ausreichendes Arbeitseinkommen zu haben, erreicht. Größere Tierbestände sollten nicht gefördert werden. Auch die Flächendirektzahlungen sollte nur bis 100 Hektar gezahlt werden. Damit würden die Überschüsse abgebaut, die Verschuldung und die Arbeitsbelastung der Landwirte auf ein erträgliches Maß zurückgeführt. Es hätte auch zur Folge, dass keine landwirtschaftlichen Existenzen mehr durch verfehlte Agrarpolitik vernichtet würden.

Edmund Klaes, Landwirtschaftsmeister, Wolsfeld