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Vom Spielen, der Sucht, der Freiheit und dem Jugendschutz

Leserbriefe : Vom Spielen, der Sucht, der Freiheit und dem Jugendschutz

Spielhallen-Betrieb

Zu den Artikeln „Streit um die Spielhallen“, „Warum Spielhallen in der Region vorerst nicht schließen müssen“ (Trierischer Volksfreund  vom 26. Mai) sowie den Kommentaren „Macht die Buden dicht!“  von Frau Katharina de Mos  und „Schließen ist keine Lösung!“ von Florian Schlecht zu diesem Thema:

Ich kann der Forderung, die Anzahl der Spielhallen zu verringern oder sie gar zu schließen, nur zustimmen. Es ist unverständlich, dass die Suchtkrankheiten – und Spielsucht ist eine Krankheit –  von der kommunalen Politik noch gefördert werden. Die Spielhallen in ihrer jetzigen Ausprägung machen Menschen oft süchtig, gar krank. Zum anderen gibt es zahlreiche Geschäfte, die aufgrund der Corona-Krise aufgeben müssen, und da entstehen Spielhallen, Shisha-Räume, zahllose Dönerbuden und Nagelstudios. Das ist aber vielleicht ein anderes Thema.

Man kann natürlich nicht alles regulieren. Es wäre jedoch hilfreich, wenn die zuständigen Verwaltungsorgane in den Kommunen das im Auge behielten und sich durch die Vorgaben zur gewünschten Waren-/Ladenstruktur um die Vielfältigkeit des Angebots bemühen würden. Das Geld zerrinnt, die Menschen bleiben.

Es besteht zweifellos ein Zusammenhang zwischen der Aufwertung der Innenstädte, der Infrastruktur einer Stadt und der Suchtprävention. Die Städte sollen lebenswert bleiben.


„Macht die Buden zu“, so titelte Katharina de Mos am 26. Mai im TV. Ich betreibe  eine Spielhalle  und freue mich über die von der Landesregierung beschlossene Übergangsfrist für Spielhallen von sieben Jahren.

Für den Weiterbetrieb sind strenge Auflagen und Zertifizierungen vorgesehen, die ich gerne bereit bin umzusetzen.

Kinder und Jugendliche haben zu Spielhallen keinen Zutritt, genauso wie Personen, die in Rheinland-Pfalz über das Sperrsystem für Spielhallen gesperrt sind.

Ab Juli wird es sogar ein bundesweites, spielformenübergreifendes Sperrsystem geben, das gefährdete Spielgäste noch besser schützt. Darüber bin ich auch froh, denn ich möchte weder mit Jugendlichen noch mit Personen, die ein Problem mit dem Glücksspiel haben, Geld verdienen.

Keine Frage: Automatenspiele sind eine Freizeitbeschäftigung für Erwachsene. Doch genauso wie nicht jeder Weintrinker ein kranker Alkoholiker ist, hat auch lange nicht jeder Spielgast ein Problem mit dem Glücksspiel.

In einer liberalen Gesellschaft sollte es jedem selbst überlassen bleiben, was er in seiner Freizeit tut, solange er damit keine anderen Menschen  schädigt.

Ich finde, Glücksspiel in legalen Spielhallen ist allemal besser als das Abdriften unserer Gäste in illegale Angebote oder ins Internet.